Ausgabe: 2009/30, Athos, Pilgerreise, Berg, Fiedler, Stiftung, Pro Oriente, Erlebnis
22.07.2009
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Wer Griechenland schon mehrmals bereist hat, will auch den Athos kennenlernen. So auch Dr. Dietmar Fiedler, der Vorsitzende der Stiftung PRO ORIENTE Sektion Linz.
Heuer schloss Dr. Fiedler seine 31. Griechenlandreise mit einer Pilgerfahrt auf den Heiligen Berg ab, begleitet vom profunden Athoskenner Dozent Dr. Dimitar Dunkov. Einige an Ökumene interessierte Freunde hatten sich ihm angeschlossen. „Es war ein feierlicher Augenblick, als ich mein erstes Diamonitirion in Händen hielt, das mir die Einreise erlaubte. Es ist von vier Äbten unterschrieben und trägt die Nummer 3930. Ich bin also der 3.930ste nichtorthodoxe Pilger“, sagt Dr. Fiedler.
Mystisches Erlebnis. Das erste besuchte Kloster – es gibt am Athos 20 – war eine Baustelle. Nach Jahren des Stillstands wird überall fleißig renoviert, Baukräne dominieren das Bild vieler Klöster. Im Kloster, in dem die Gruppe zur Nächtigung angemeldet war, erlebte sie das typische Begrüßungsritual: Ein freundlicher Mönch reichte Kaffee, Schnaps, Wasser und Süßigkeiten. Nach der Eintragung ins Gästebuch wurde das Zimmer zugewiesen. Auch die „westlichen“ Besucher durften der Abendliturgie vom „Exonarthex“ aus beiwohnen. „Alte Fresken und Ikonen, der harmonische Gesang der Mönche und der Duft von Weihrauch vermischten sich zu einem mystischen Erlebnis für alle Sinne, eine Einladung zu Gebet und Meditation“, schreibt Dr. Fiedler. Die Abendmahlzeit nahm die Gruppe zusammen mit der Mönchsgemeinschaft an steinernen Tischen ein, gegessen und getrunken wurde aus Metallgeschirr. Zum Tagesabschluss empfing noch der Abt alle Pilger in Audienz und überreichte Gastgeschenke.
Natur rundet den Eindruck ab. Diesem ersten eindrucksvollen Tag auf dem Athos folgten drei weitere. „Überall wurde die Gastfreundschaft hochgehalten“, vermerkt Dr. Fiedler. Sein Rat: „Wo es nach zahlreichen Straßenbauten noch intakte Wanderwege gibt, sollte man zu Fuß unterwegs sein. Die Natur rundet den prägenden Eindruck des Heiligen Berges ab. Leider gibt es seit der Öffnung mehr und mehr Touristen auf dem Athos, sicher nicht zur Freude der Mönche, die solche Leute als Eindringlinge empfinden müssen.“