Oberösterreichs Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger fordert ein Solariumsverbot, das für unter 18-Jährige gilt. Jugendliche würden damit entmündigt, kritisiert Philipp Nagel von der Bundesjugendvertretung.
In Deutschland ist das Sonnenstudio-Verbot für Jugendliche bereits Realität. Mit diesem Rückenwind werden nun auch in Oberösterreich Stimmen laut, die Jugendliche von den Sonnen- bänken verbannen wollen. So sehen Oberösterreichs Dermatologen bereits eine Hautkrebsepidemie heraufziehen, die spezielle Schutzmaßnahmen erfordere. Ähnlich äußert sich Oberösterrichs Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger. „Für unter 18-Jährige muss der Besuch von Solarien verboten werden, an Erwachsene können wir nur Empfehlungen abgeben.“ Kein Verständnis für diese Art der Argumentation hat Philipp Nagel, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung: „Das entmündigt jeden unter 18-Jährigen. Den Begriff der mündigen Minderjährigen können wir uns wohl bald sparen“, hält er das geplante Verbot, das sich auf Jugendliche beschränkt, für eine „absurde“ Maßnahme. Junge Menschen seien reif genug ,Entscheidungen selbst zu treffen. „Wenn schon ein Verbot, wäre es besser für die gesamte Bevölkerung“, meint Nagel zudem. Wobei er generell Maßnahmen wie Aufklärung, Beratung und Information für deutlich sinnvoller als Verbote hält.
Auf Jugendliche abschieben. Jugendliche wie Erwachsene sollten dadurch lernen, Risiken einzuschätzen und damit vernünftig umzugehen, betont der Vorsitzende der Bundesjugendvertretung. Er beobachtet die Tendenz, Probleme, die die gesamte Gesellschaft betreffen, auf die Jugend abzuschieben. „Das war ja beim Koma-Saufen sehr ähnlich. Da wird so getan, als würden nur Jugendliche so blöd sein und diese Probleme haben.“
Hautkrebsrisiko
Die WHO hat die Belastung durch UV-Strahlung jetzt von der zweiten in die höchste Kategorie („krebserregend“) eingestuft, auf einer Stufe etwa wie Tabak. Beginnt der regelmäßige Sonnenstudio-Besuch schon unter 30 Jahren, steigt das Hautkrebsrisiko um bis zu 75 Prozent. Die Deutsche Krebshilfe fordert besseren Schutz von Jugendlichen und Erwachsenen.