In der glühenden Nachmittagshitze des Frequency-Festivals spielten die Helden von Glasvegas ihre pathosschwangeren Songs ihres ersten Albums vor fast leeren Rängen. Dabei hätte sich diese Band bedeutend mehr Publikum verdient. Als die vier Schotten im letzten Jahr ihre ersten Songs veröffentlichten, geisterte in der Musikwelt schon das Gerücht herum, mit Glasvegas „The next big thing“ am Start zu haben. Und nachdem dann endlich der erste Longplayer draußen war, kannte die Lobhudelei eh keine Grenzen mehr – zu Recht: Flirrende Gitarrenriffs, ein treibender Beat und ein immer wiederkehrendes „Whooo-ooo“, das der Hintergrundchor himmelwärts schickt, lässt den Opener „Flowers And Football Tops“ vor Kitsch überlaufen. Die darauf folgende Hitsingle „Geraldine“ schlägt in dieselbe Kerbe und wartet wieder mit einem schier unüberschaubaren Haufen Bombast auf. Und in dieser Tonart geht es weiter. Egal ob es sich um „It’s My Own Cheating Heart That Makes Me Cry“, „Go Square Go“ oder eine andere Nummer handelt – die Songs sind fast austauschbar. Glasvegas wollen weder mit abwechslungsreichem Songmaterial noch mit tiefgründigen Texten punkten. Hier geht es einzig und allein darum, mit diesem alles einnehmenden Sound den Hörer in eine Wunderwelt zu entführen, wo Gummibärchen in den Bäumen wachsen und man sich in den Wolken schlafen legen kann, um sich zuckersüßen Träumen hinzugeben. Hätten Glasvegas am verregneten dritten Tag ihren Auftritt beim Frequency gehabt, vom Himmel hätte es wohl Zuckerwatte geregnet