Prächtig stehen sie da – und im Sommer war für viele mehr Zeit, sie zu bewundern: Herrliche Bauwerke aus Geschichte und Gegenwart: Dome, Schlösser, Brücken, Wolkenkratzer – und auch die einfachen Häuser zum Leben. Aus Stein und Ziegel sind sie gebaut, doch das Entscheidende, das sie in ihrem Bestand zusammenhält, sieht man von außen nicht: Den Kalk und den Zement, der den Konstruktionen Halt verleiht.
Nicht nur für die Werke der Architektur sind die „Bindemittel“ von entscheidender Bedeutung. Auch der Aufbau der Gesellschaft, zumal der Kirche, braucht sie. Der Wille zum Miteinander ist ein solches Bindemittel; das Zutrauen in den anderen auch. Die Bibel nennt Glaube, Hoffnung und Liebe als die entscheidenden Bindemittel, die Halt schenken. Eine Gesellschaft, die den Erfolg von Konkurrenz, Ab- und Ausgrenzung erwartet, wird auf Dauer nicht Bestand haben. Wenn in den Pfarren im kommenden Herbst das kirchliche Alltagsleben mit neuem Schwung beginnt, so wird dies wichtig sein: Bei all den Plänen und Projekten darf der Zement des Füreinanders und Miteinanders nicht fehlen – sonst bleibt alles loses Gemäuer ohne Bestand.