Die Pfarre Neuhofen an der Krems hat ihr Pfarrgebiet in zwanzig Sprengel unterteilt. 110 Sprengelhelferinnen nehmen mehrmals im Jahr mit jedem einzelnen Haushalt Kontakt auf.
Neuhofen – nicht mehr als zwanzig Kilometer von Linz entfernt – ist eine rasch wachsende Gemeinde. Innerhalb von zwei Jahrzehnten hat sich die Zahl der Bewohner/innen um mehr als 1200 auf 5800 erhöht. Um vor allem mit den Neuzugezogenen ins Gespräch zu kommen, hat Pfarrer P. Josef Stelzer 1986 den Sprengelhelferdienst ins Leben gerufen. Er unterteilte die Pfarre in Sprengel, diese gliedern sich wiederum in einzelne Straßen und Wohnblöcke. Wie so vieles in der Kirche ist auch dieser Dienst weiblich. Unter den 110 Sprengelhelfer/innen sind nur eine Handvoll Männer, erklärt Romy Schebesch. Sie leitet und koordiniert den Sprengelhelferdienst – bislang unterstützt von P. Josef Stelzer, der dieser Tage aber nach dreißig Jahren die Pfarre verlässt.
Einladende Kirche. Romy Schebesch betreut selbst als Sprengelhelferin 29 Häuser in der Dambachstraße, wo sie wohnt, und den angrenzenden Quellenweg. Bis zu fünf Mal im Jahr macht sie die Runde, bringt die Pfarrbriefe, oder wie gerade aktuell: Sie verteilt den Programmkalender der ökumenischen Glaubenstage, die die katholische Pfarre gemeinsam mit der evangelischen Pfarre Neukematen veranstaltet. Dazu kommen die Besuche, wenn jemand neu zugezogen ist, bei Taufeltern oder Gratulationen bei runden Geburtstagen. „Wir möchten niemanden mit der Kirche überfallen, sondern wollen die Hand ausstrecken und Brücke sein.“ Und die Sprengelhelferinnen halten die Augen offen, wenn Menschen in ihrem Gebiet krank werden oder wenn soziale Notfälle auftreten.
Erste Adresse. Viele der Sprengelhelferinnen sind für ihre Nachbarn die erste Adresse in Sachen Kirche: Man fragt, wo man Altkleider abgeben kann, aber die Sprengelhelferinnen müssen nicht selten auch als Prellbock herhalten. Ganz massiv war das in den Wochen nach der Ernennung von Pfarrer Wagner zum Weihbischof, erzählt Schebesch. Die kirchliche Großwetterlage ist nach wie vor nicht gut, das sagt sie nicht nur, sondern erlebt sie: „Man kann nur versuchen, das auszuklammern und trotz allem das Positive der Kirche hinüberzubringen.“ Das ist nicht einfach, aber die Arbeit in und für die Pfarre macht ihr Freude: ihr und ihren Mitstreiterinnen, von denen die älteste 95 und die jüngste 24 Jahre alt ist. Das System der Sprengel trägt dazu bei, dass die Pfarre menschennah und das Klima in der Gemeinde gut bleibt. Dafür lohnt sich der Einsatz allemal, sagt Romy Schebesch mit Freude.