Die Sorge um die Zukunft des Kapuzinerklosters, von wo aus sich die Kapuziner vor und nach dem II. Weltkrieg bis heute menschenfreundlich um die Seelen sorgten, bleibt aufrecht. Es scheint unabwendbar zu sein, dass die Kapuziner Mitte 2010 das Kloster verlassen und damit ihre letzte Niederlassung in Oberösterreich schließen. Am 17. September kam der Provinzial der Kapuziner, Br. Radoslaw Celewicz, nach Ried, um mit der Gruppe zu reden, die sich für einen Fortbestand des Klosters im „Kapuzinergeist“ engagiert. Das Treffen mündete schließlich in den Vorschlag, das nächste Mal bei Bischof Ludwig Schwarz zusammenzukommen. Eine zusätzliche Komponente bei der Entscheidung über die Zukunft des Klosters sind die Rechtsverhältnisse: Das Kloster wurde 1943 von den Nazis beschlagnahmt und aufgehoben und nach dem Sturz des NS-Regimes 1946 – warum auch immer – den Pfründen der Stadtpfarre einverleibt, obwohl es den Kapuzinern 1863 aus Privatbesitz als „unveräußerlich” geschenkt worden war. Dieser Sachverhalt macht die Auflassung des Klosters in der großen Rieder „Kapuziner-Gemeinde“ auch zu einer Sorge um den Kurs der Seelsorge an der Kapuzinerkirche. Denn es gibt Gerüchte, dass die sehr traditionsorientierten, den tridentinischen Ritus pflegenden „Franziskaner der Immaculata“ am Kloster Interesse hätten. Diese und andere Gerüchte werden mit Sorge aufgenommen. Am liebsten hätte man, dass zumindest ein Kapuziner für ein paar Jahre noch in Ried bleibt. Ideen gibt es viele. Etwa, dass das Kloster eine Jugendbegegnungsstätte wird.