Den Entschluss, Entwicklungshilfe zu leisten, haben die drei Freundinnen gemeinsam gefasst. Vor einem Jahr brachen Eva Mehringer, Magdalena Habringer und Theresa Baumgartner zu ihren Einsätzen nach Indien bzw. Argentinien auf. Zurück in Österreich sehen sie heute vieles mit anderen Augen.
Es war ihr Kindheitstraum, den Ärmsten der Armen zu helfen. „Mit zwölf dachte ich mir: Leider hab ich kein Geld zum Spenden, aber wenn ich groß bin, tue ich etwas und leiste Entwicklungshilfe“, erzählt Magdalena Habringer: „Ja, und irgendwann ist man dann erwachsen und muss das schon wirklich machen. Auch wenn das als Kind natürlich romantisierte Vorstellungen waren“. Im Herbst 2008 ist die junge Ottensheimerin aufgebrochen, um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. In der Nähe von Salem in einem katholischen Projekt, wo Waisen und behinderte Kindern betreut und unterrichtet werden. Eine der größten Herausforderungen war, mit den Behinderten zu arbeiten, wie Magdalena sagt: „Es hat mich aber stolz gemacht, dass die Kinder zu mir Vertrauen aufbauten“.
Im Müll gelandet. Ähnlich ist es auch Magdalenas Freundin Theresa Baumgartner ergange. Ein halbes Jahr hat sie im Waisenhaus Daddy Home in Andrha Pradesh gearbeitet. Besonders in Erinnerung ist ihr, wie ein kleiner Jungen in letzter Minute aus einer Mülltonne gerettet werden konnte. Seine Familie hatte ihn dort entsorgt, was im kinderreichen Indien nicht selten vorkommt. Das Waisenhaus war die Rettung für den Jungen. „Es war toll, dass er trotz seines Schicksals so viel Lebensfreude zeigte. Jeden Tag hat er uns mit einem Lächeln begrüßt,“ erzählt Theresa.
Offen sein. Es ist eine Offenheit, die auch für Volontäre ganz wichtig ist, meint Eva Mehringer. In drei verschiedenen Sozialprojekten in Argentinien hat sie mitgeholfen. „Am Anfang gab es schon Vorbehalte gegen mich, die als reiche Österreicherin zu den Armen kommt. Das hat sich mit der Zeit aber gelegt. Bei den Menschen aus den Armenvierteln habe ich so viel an Gutherzigkeit und Großzügigkeit erfahren.“ Beeindruckt hat Eva, wie die Menschen um ihre Träume unter den schwierigsten Bedingungen kämpfen. Zurück in Österreich sieht sie ihr Leben deshalb mit ganz anderen Augen: „Familie, Bildung soziales Netzwerk. All das schätze ich heute viel mehr als früher“.
- Am 29. September werden die drei Frauen im Pfarrsaal Ottensheim in einem Vortrag über ihre Erfahrungen berichten. Beginn ist um 20 Uhr.