In Fahrzeugen früherer Bauart gab es den besonderen Hahn: Man konnte ihn auf „Reserve“ umlegen und schaffte dann doch noch die Strecke bis zur nächsten Tankstelle. Es ist gut, eine Reserve zu haben – und nicht ausschließlich auf die im Moment gegebenen Verhältnisse angewiesen zu sein. Es ist Erntezeit – und die Reserven für die Zeit, in der nichts wächst und reift, wird eingelagert. Zwar hat der Mensch bei den modernen Wirtschaftsverhältnissen kaum das Gefühl, aus einer „Reserve“ zu leben. Alles scheint wie frisch geerntet in den Regalen da. Es haben andere für das Ernten gesorgt. Um „Reserven“ zu wissen, tut auch in geistiger Hinsicht gut. Menschen, die ihre Kirchenzugehörigkeit nur aus dem Moment heraus – was es mir jetzt gibt – begründen, können allzu leicht verhungern. Doch Kirche lebt auch von den Früchten der Vergangenheit – den Zeugnissen und Hoffnungen, die Menschen auf diesem „Feld“ der Kirche zustande gebracht haben. Und es gehört die stärkste „Reserve“ des Glaubens dazu: die Verheißung, dass „Gott mit uns“ ist. Manche durchtrennen den Faden der Verbundenheit, weil er ihnen (zu) dünn erscheint. Doch es ist die Nabelschnur für die Hoffnung.