Noch ist die Wirtschaftskrise nicht in den Spitälern angekommen, sie wird aber die Spannung zwischen Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit weiter verschärfen. Das war der Tenor des 7. Ordensspitäler-kongresses in Linz.
Landeshauptmann Josef Pühringer als neuer Gesundheitsreferent Oberösterreichs fand in seinem Statement zum Kongressthema „Wirtschaftskrise und Gesundheitswesen“ klare Worte: „Ich stelle kein Spital in Frage, aber die Bitte in den Raum, die Aufgabenverteilung unter den Spitälern neu zu überdenken.“ Das heißt für ihn: An weiteren Kooperationen und Vernetzungen zwischen einzelnen Spitälern, führt kein Weg vorbei. „Der von den Ordenskrankenhäusern begonnene Prozess muss weitergehen, wenn wir kein Haus schließen wollen“, so der Landeshauptmann, der noch viel Einsparungspotenzial sieht: „Wir müssen die Kosten dort wegbringen, wo es für die Patienten keine Nachteile gibt.“ Die Wirtschaftkrise bedeutet für das Land Oberösterreich ein deutliches Sinken der Einnahmen: Bereits 2009 fehlen 250 Millionen, bis 2015 werden es 2,2 Milliarden Euro sein. Die Bauoffensive des Landes in den Krankenhäusern wird aber wie beschlossen weitergehen, unterstrich Pühringer.
Werte. Auf die Bedeutung der Werteorientierung in konfessionellen Krankenhäusern wies Rudolf Kösters hin. Er war bis April 2009 Vorstandsvorsitzender der St.-Franziskus-Stiftung in Münster. Aus den ursprünglich vier Spitäleren der „Mauritzer Franziskanerinnen“ schuf er innerhalb von zwei Jahrzehnten einen modernen kirchlichen Krankenhausverbund mit 5400 Betten in Spitälern und Pflegeheimen. „Werteorientierung ist kein konfessionelles Beiwerk, sondern zentraler Ansatz von kirchlichen Häusern.“ Die St.-Franziskus-Stiftung hat sogar ein eigenes Weiterbildungsstudium („Theologia Curae“) für leitende Mitarbeiter/innen an der theologischen Hochschule der Kapuziner in Münster eingerichtet, das die umfassende Wertearbeit zum Inhalt hat.