„Miak Wadang“ heißt in der Sprache der Dinka, von Bewohner/innen im Süden des Sudan, „Zukunft“. Miak Wadang heißt auch ein Partnerschaftsprojekt, das der Kirchdorfer Arzt Dr. Herbert Bronnenmayer aufgebaut hat.
Vor 30 Jahren schon hat Dr. Bronnenmayer „den Afrika-Virus eingefangen“, als er im Rahmen seiner medizinischen Ausbildung für drei Monate im Kongo war. Von 1978 bis 1983 ging er dann in den Sudan. In der Region Melut, einem Gebiet, das halb so groß wie Österreich ist, hat er fünf medizinische Stationen aufgebaut. Als der Bürgerkrieg kam, musste er mit seiner Familie den Sudan verlassen und konnte erst 2007 wieder einreisen. Da begann er mit „Miak Wadang“.
Aus dem Sudan für den Sudan. Die Partnerschaft hat ein einfaches Gerüst: Mit den Leuten leben! Mit ihnen am Dorfplatz schlafen bzw. – seit es wieder Hütten gibt – in diesen die Nacht verbringen. Mit den Leuten das Land aufbauen. Die Ernährung sichern, ein mobiles Basisgesundheitssystem schaffen, mit Mikrokrediten das Kleingewerbe entwickeln, in die Bildung investieren, zusammenhelfen. So wird ein historisches Dorf am Weißen Nil zu einem Beispieldorf. Eine Getreidemühle wurde angekauft, deren Betrieb ein Frauenkomitee verwaltet. Eine Wasserpumpe versorgt Obst- und Gemüse-Kleingärten mit Nil-Wasser. Schmuck, den die Frauen des Dorfes herstellen, wird in Österreich verkauft. Gemeinsam mit der Künstlerin Veronika Kunze entstand eine Kunstaktion mit Kindern des Dorfes.
Glaube und Gottvertrauen. „Miak Wadang“ organisiert Projekteinsätze im Sudan. „Es ist etwas anderes, wenn du deinen eigenen Körper hineinbringst in so eine Situation“, sagt Bronnenmayer. Sein Glaube spielt dabei eine große Rolle, Glaube und Gottvertrauen: „Die Aufgaben führen uns bis an und über unsere persönlichen Grenzen. Aber derjenige, der uns beauftragt hat, wird für uns sorgen.“
Obfrau Akuot Ruun. Eine wichtige Rolle spielt Mary Akout Ruun, die Obfrau des Vereins Miak Wadang Sudan. Unermüdlich ist sie in Sachen Miak Wadang, in Sachen Zukunft für ihre Heimat in ihrer Heimat im Einsatz. Akuot Ruun ist die Ehefrau des Ministers für humanitäre Angelegenheiten. Mit seiner Familie konnte er in der Bürgerkriegszeit 20 Jahre lang nicht ins Land reisen.
- Verein Miak Wadang, Obmann Dr. Herbert Bronnenmayer, Villhaberstraße 5a, 4560 Kirchdorf, E-Mail: office@miakwadang.atwww.miakwadang.at
Zum Abschied aus dem Sudan schenkten Dorfbewohner/innen Dr. Bronnenmayer ein Huhn, damit er auf der Fahrt \"genug zu essen\" habe.