Ausgabe: 2009/50, Mittagstisch, Lambach, Mönche, Fresken, Kloster
09.12.2009
Das Stift Lambach ist nicht nur wegen seiner romanischen Fresken berühmt, es hat auch in der Zeit des Barock eine interessante Geschichte.
In jüngster Zeit wurde vermehrt über das Kloster zwischen dem 16. bis 18. Jahrhundert geforscht. Um die Öffentlichkeit an den Ergebnissen dieser Arbeiten Anteil nehmen zu lassen, hat Abt Maximilian Neulinger zu einem Symposium (26. bis 28. November 2009) geladen. Die Themenpalette der Vorträge reichte vom Kunstschaffen im Stift bis zur Ernährung der Mönche. Der Historiker Klaus Landa analysierte die Speiseordnung des Klosters um 1730. Dabei gab er zu bedenken, dass die Benediktiner ein Drittel des Jahres – auch im Advent – Fastenzeit hielten. Außerhalb der Fastenzeiten war das Essen aber reichhaltig und recht ausgewogen. Es gab immer Suppe, unter den Fleischsorten wird Rindfleisch am häufigsten genannt. Salat und Gemüse kamen immer auf den Tisch. An Sonntagen wurden normalerweise fünf Gänge aufgetragen. Doch das Bild vom schlemmenden Mönch ist für Lambach ein Klischee, erklärt Landa: Die Mönche haben gut gelebt, aber die Klosterküche war mit dem Standard der Lambacher Bürger vergleichbar. Deutlich gehobener speisten die Benediktiner in Mondsee. Dort werden allein 26 Fischarten genannt. Und wirklich exquisit tafelte man bei den Benediktinern in St. Peter in Salzburg. Als Stichwort soll „Wacholderdrosseln“ genügen. Interessant sind auch die Essenszeiten. Ein Frühstück wird um 1730 nirgends erwähnt, um 10.30 Uhr war Mittagessen und das Abendessen wurde nach Sonnenuntergang serviert.