Nikolaus. Advent. Weihnachten. Gottesdienstliches Feiern mit Kindern hat jetzt einen Höhepunkt. In den Pfarren beginnt man sich mit der Erstkommunion-Vorbereitung auseinanderzusetzen. Im pfarrlichen Alltag fehlen die Kinder immer häufiger.
Der berühmte „Christuskopf“ von Rembrandt. Das wäre es. Die Ausstrahlung, die in diesem Antlitz liegt. Es leuchtet von selbst, braucht nicht Beleuchtung von außen. Der Wiener Religionspädagoge Martin Jäggle zeigt mit dem Bild, wie Glaube geweckt wird. Auch bei Kindern – und gerade bei ihnen. In den Gesichtern muss die Botschaft zu spüren sein.
Jesus und die Kinder. Wie man Kinder zu einer Jesusbeziehung anregen kann – damit befassten sich Religionslehrer/innen und Seelsorger/innen am 1. Dezember einen Tag lang im Bildungshaus Schloss Puchberg. Schon jetzt wird in den Pfarren überlegt, wie die Erstkommunionvorbereitung im kommenden Jahr geschehen soll. Die Gemeinde nimmt die Kinder in die Mitte – und segnet sie. Das, sagt Religionspädagoge Jäggle, hat Jesus getan. So sollte es auch heute geschehen. Kinder sollen ihren Platz in der Gottesdienstgemeinde nicht nur zu besonderen Festen haben, sondern auch beim „gewöhnlichen“ Sonntags-Gottesdienst. Ideal – aber der pfarrliche Alltag ist oft nüchtern. Was tun, wenn man die Kinder einlädt, aber sie nehmen die Einladung nicht an? Der Religionspädagoge hat keine unmittelbare Antwort, aber er wirbt um Verständnis für die Kinder. Sie haben oft gar nicht die Wahlfreiheit. Kinder sind angewiesen auf Mitmenschen. Sie brauchen das „Mitgehen“. Es geht nicht um Lockmittel für Kinder oder dass sie vor der Gottesdienstgemeinde „vorgeführt“ werden. Kinder müssen vielmehr spüren, dass der Gottesdienst für ihr Leben bedeutend ist. Auch bei jenen, die sie eingeladen haben, sollen sie merken: Was sie feiern, ist ihnen kostbar. Das Nachdenken über die fehlenden Kinder führt so zu einem Nachdenken, „ob uns nicht selbst etwas fehlt“. Wer wirklich mit Gott im Leben rechnet, sollte nicht nur auf seine eigene Wirksamkeit bauen, sagt Jäggle. Und: Es kann immer wieder auch eine Zeit der Dürre geben. Deshalb ist das Handeln Gottes nicht am Ende. Dass man nicht alle Kraft in die Erstkommunion-Vorbereitung legen soll, sodass für die normale kindgerechte Gottesdienstgestaltung keine Kraft mehr bleibt, meint auch Mag. Maria Eichinger, die Leiterin der „Kinderpastoral“ in der Katholischen Jungschar. Zeit und Kraft lieber verteilen auf das ganze Jahr! Für Kinder muss es auch nach dem Fest noch schön sein, zum Gottesdienst zu kommen.
Glauben teilen. Für Eltern, meint Eichinger, wäre es besonders wichtig, dass sie während der ganzen Vorbereitungszeit ihren eigenen Glauben mit den Kinder teilen. Den Fragen der Kinder sollen sie sich stellen. „Da müssen sie keine Experten sein, jeder und jede kann das.“
Zum Thema
Das Spiel mitdem Christkind
Soll man Kinder im Glauben lassen, dass das Christkind die Geschenke bringt? „Es geht mit dem Christkind – und es geht ohne das Christkind“, meint Prof. Dr. Martin Jäggle. Wer seinen Kindern das Christkind die Geschenke bringen lässt, soll dabei aber deutlich machen, dass das wie ein Spiel ist. „Wir spielen Christkind“, sozusagen. Das Christkind ist nicht Jesus, vor allem nicht der ganze Jesus. Die spätere Enttäuschung, dass es das Christkind doch nicht gibt, könnte sonst zu einer Glaubenserschütterung überhaupt führen.
- Anfragen und Informationen zum Thema Erstkommunion: Tel. 0732/76 10-33 40 (Maria Eichinger)http://linz.jungschar.at/erstkommunion