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Sonntag: Gott streckt uns sehnsüchtig die Arme entgegen

Heute, zu Weihnachten, sagt Gott besonders deutlich: „Du, Mensch, ich liebe dich! Ich sehne mich nach dir!“
Ausgabe: 2016/51
20.12.2016
© Rupprecht@kathbild.at


Wort zum Sonntag

Sehnsucht


Sehnsucht – gerade in diesen Tagen, zu Weihnachten, ist dieses Gefühl in vielen Menschen wach. Die Sehnsucht hat es in sich: Sie spricht ganz eigene Seiten in uns an, das Gemüt, das Herz. Da leuchtet etwas in mir auf von Zusage, von Hoffnung auf etwas, was mich ganz erfüllt. Was ist Ihre tiefste Sehnsucht? Kürzlich haben bei einer Umfrage die meisten Leute geantwortet: „Ich möchte Menschen um mich haben, die ich lieben kann und die mich lieben.“ Woher kommt die Sehnsucht? Der heilige Augustinus hat sich wie kaum ein Anderer mit dieser Frage auseinandergesetzt und gemeint: „Unsere Sehnsucht kommt daher, dass Gott sich nach dem Menschen sehnt!“ Ein unerhörtes Wort: „Die Sehnsucht Gottes ist der Mensch.“ Gerade heute zu Weihnachten sagt Gott uns das besonders deutlich: „Du, Mensch, ich liebe dich! Ich sehne mich nach dir!“ Und weil das so ist, will er den Menschen nahe sein, so nahe wie möglich. Deshalb ist er Mensch geworden und hat als Mensch unter Menschen gelebt. Was so einfach klingt, ist ein tiefes Geheimnis: Das Kind in der Krippe ist Gott. Im Kind von Bethlehem ist er zu uns Menschen gekommen. Gott hat eine solche Sehnsucht nach uns, nach mir ganz persönlich, dass er uns, dass er mir ähnlich werden möchte. Er schaut mich voll Liebe an und streckt mir seine Arme entgegen. „Gottes Sehnsucht ist der Mensch“, sagt der hl. Augustinus. Aber ist Gott auch meine Sehnsucht? Wie antworte ich auf seinen Blick, auf seine ausgestreckten Arme, auf seine Liebe zu mir? Was kann ein liebevoller Blick alles bewirken! Wenn mich jemand liebevoll und wohlwollend anschaut, dann tut das gut. Bei Menschen kennen wir das. Aber haben Sie schon einmal daran gedacht, dass Gott auch jeden von uns persönlich anschaut? Wenn ich auf das Kind in der Krippe sehe, kann ich spüren: Gott schaut mich an, weil er möchte, dass ich größer und reicher werde, dass ich mich wertvoller empfinde, als wenn ich mich nur selbst anschaue. Er möchte Fähigkeiten wecken, die in mir schlummern. Das ist das Geheimnis von Weihnachten. Vor 2000 Jahren haben es einfache Hirten im Stall von Bethlehem erfahren, und so spüren wir es auch heute.


Zum Weiterdenken

Einladung zur Meditation:
Gott, du bist ein Liebender und ein Verwandelnder. Du liebst uns nicht im Vorübergehen, sondern in deiner ganzen Vollkommenheit. Dir sei Dank!


Hochfest der Geburt des Herrn, Weihnachten – Lesejahr A, 25. Dezember 2016


Evangelium

Johannes  1, 1–18 od. 1, 1–5.9–14
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.


1. Lesung

Jesaja  52, 7 – 10
Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König.
Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der Herr nach Zion zurückkehrt.
Brecht in Jubel aus, jauchzt alle zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr tröstet sein Volk, er erlöst Jerusalem.
Der Herr macht seinen heiligen Arm frei vor den Augen aller Völker. Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes.


2. Lesung

Hebräer  1, 1 – 6
Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat; er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt; er ist um so viel erhabener geworden als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt, und weiter: Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein?
Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt er: Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.

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