Kirche steht bei vielen Menschen im Geruch der Spaßverderberin, die einem alles vergällt, worauf Menschen Lust haben, die ewige Neinsagerin, Verbieterin, die mit dem Schwert der Verdammnis droht, das ewige Scheitern in den Raum stellt – und dabei, wie man nun allenthalben hört, doch selbst mit ihren Ansprüchen kaum zurechtkommt. Das Leben mit seinen Möglichkeiten fände anderswo statt. Aber wo?
Dem steht die Erfahrung der Jünger von Emmaus entgegen, derer also, die als Erste mit dem Auferstandenen unterwegs waren. „Brannte uns nicht das Herz, als er mit uns unterwegs war“, fragten sie sich, nachdem sie am Ende des gemeinsamen Weges Jesus beim gemeinsamen Essen erkannt hatten. Diese Glut ist es. Das Brennen, das man in der Nähe Jesu spürt. Echte Botschaft lässt nicht kalt – ratlos ja, aber nicht kalt. Dieses Brennen ist ein Gradmesser für die Echtheit der Botschaft. Nicht, ob sie dem Katechismus entspricht, sondern ob sie dieses Brennen hervorruft – das gibt religiöser Rede Bedeutung. Wenn die Kirche Menschen in die Nähe solcher Erfahrungen bringt, ist sie nicht Spaßverderberin, dann ist sie Türöffnerin echter Lebensfreude.