Die Regierungspolitiker können sich bei der Kirche bedanken, dass sie jetzt die Schlagzeilen füllt, sagte kürzlich ein Freund sarkastisch. Was er damit meinte ist, dass es derzeit kaum eine öffentliche Debatte darüber gibt, wie die Kosten der Krise gerecht verteilt werden. Denn es schaut nicht so aus, als ob die Regierung den Druck der leeren Kassen dafür nützt, sich wirklich einmal der Ausgaben in vielen Bereichen sinnloser Doppelbürokratie anzunehmen. Und es schaut nicht danach aus, als ob man ernsthaft über ein gerechteres Steuer- und Abgabensystem nachdenken würde, obwohl Österreich wie kaum ein anderes EU-Land die Reichen begünstigt. Da kürzt man lieber mit dem Rasenmäherprinzip auch die Ausgaben im Familienbereich, obwohl man weiß, dass dort die Armutsgefährdung besonders hoch ist.
Hans Baumgartner
Die Attentäter „vernichten“
Man werde die „Drahtzieher vernichten“, kündigte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin an; man wolle die Täter „finden und zerstören“, droht Präsident Dmitri Medwedew. Hilfreich zur Seite stehe ihnen dabei der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow, der meint, die Terroristen müsse man „wie Ratten vergiften und sie zerquetschen“. Mit solch heftigen und scharfen Worten wollen die Machthaber zeigen, dass sie ohne Erbarmen gegen die Hintermänner der jüngsten Selbstmordanschläge in Moskau vorgehen wollen. Die Bevölkerung Russlands hat Angst vor einer neuen Terrorwelle. Nur – bisher hat die brutale staatliche Gewaltpolitik keine Lösung gebracht.