Ausgabe: 2010/14, Sonntag, EU-Familienanliegen, Anna Saborska, Bischof Ludwig Schwarz, Sissi Potzinger, Brüssel, EU-Debatte
07.04.2010
- Hans Baumgartner
„Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten muss sich an den Erfordernissen der Menschen orientieren und nicht umgekehrt“, forderte Bischof Ludwig Schwarz bei der Ersten Europäischen Konferenz für den arbeitsfreien Sonntag in Brüssel. Die Grazerin Sissi Potzinger, die als Delegierte des Katholischen Familienverbandes Österreichs an der Konferenz teilnahm, geht noch einen Schritt weiter: „Der arbeitsfreie Sonntags ist ein wichtiges Anliegen der europäischen Familienorganisationen (COFACE), aber wir wollen darüber hinaus, dass die EU-Politik insgesamt mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse der Familien nimmt.“ Und da konnte in den vergangenen Jahren einiges in Bewegung gebracht werden. „Noch vor gut zehn Jahren waren Familienthemen in der EU tabu. Das war Sache der Nationalstaaten. Heute gibt es im EU-Parlament einen Familien-Ausschuss. Und seine neue Vorsitzende, Anna Saborska, favorisiert das ,family mainstreaming‘. Es soll, ähnlich dem ,gender mainstreaming‘ für Gleichberechtigung, eine Orientierung für alle Politikbereiche sein.“ 2006 hat Potzinger diese im Katholischen Familienverband entwickelte Idee erstmals in die EU-Debatte eingebracht.