Die Zeit nach Ostern ist geprägt von Freude. Wo immer wir unseren Blick in der Natur hinrichten, ist der Sieg des Lebens über den Tod sichtbar – ja sogar spürbar, hörbar und erfahrbar. Diese Erfahrung machten die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus, denen zunächst unerkannt Jesus begegnete. „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete?“ Lukas 24,32. Das kann auch uns geschenkt werden, wenn wir auf einem Osterspaziergang den Auferstehungsbotschaften in der Schöpfung nachspüren. Die Blätter des Holunder, die ihre eingesperrte Knospenhülle sprengen und ins Licht wachsen. Der Löwenzahn, der die Winterstarre durchbricht und ganze Wiesen in einen gelben Teppich verwandelt. Der Bärlauch, der finstere Waldbezirke in Besitz nimmt und sie mit einem würzigen Duft des Lebens erfüllt. Wenn wir mit dieser schöpferischen, wirkungsvollen Kraft der Kräuter in Resonanz kommen, so begegnen wir dem Heiligen und Heilenden durch sie. Das lässt auch unsere Winterstarre durchbrechen und uns sagen: „Brannte uns nicht das Herz, als ER mit uns redete?“
- Mehr über Susanne Türtscher auf der Homepage www.alchemilla.at