Echte Väter bringen Managerqualitäten mit in die Firma: zum Beispiel Geduld und Einfühlungsvermögen. Dafür müssen sie aber mehr zu Hause sein als nur am Wochenende.
Einige Unternehmen haben erkannt, dass Familienmenschen Vorteile haben: Sie sind loyaler und arbeiten oft effektiver, weil sie schneller nach Hause möchten. Dafür sind sie weniger karriereorientiert. In manchen Ländern möchten Firmen, dass Männer eine Zeit der Familie widmen oder in Altenheimen arbeiten, wenn sie keine Kinder haben.
Karriere planen. Der Psychotherapeut Erich Lehner berichtet von Studien, wonach familienorientierte Männer in den USA gesünder sind, in Mitteleuropa eher überlastet. „Bei uns muss ein Mann im Job den ganzen Mann stellen und zu Hause der ganze Mann sein. Das geht nicht“, so der Männer- und Geschlechterforscher. „Wenn jemand sagt, er möchte Manager oder Bankdirektor werden, dann muss er das mit der Familie oder mit der Frau absprechen, das wäre so ein Ziel.“
Der pflegende Vater. Damit auch Männer selbstverständlicher Vater sein und für die Familie da sein können, braucht es entsprechende politische Strukturen. Nach Ansicht von Erich Lehner müsste ein hoher Politiker sagen: „Wir wollen ein neues Männerbild: den pflegenden Vater.“ Männer werden dafür keine geschlossene Bewegung organisieren, so wie die Frauenbewegung, denn, so Lehner: „Wir haben keinen Leidensdruck.“ Bevor die Betreuungsarbeit daheim zur Belastung wird, ist es gesellschaftlich anerkannt, dass sie diese der Frau überlassen. Erich Lehner weiß, dass es für manche auch eine Ausrede ist, dass sie „leider Gott sei Dank nicht zu Hause bleiben“ können. In manchen Bereichen in der Arbeitswelt ist es aber bereits üblich, dass junge Väter gefragt werden, ob sie auch in Karenz gehen.
- „Väter, die besseren Männer?“ lautet der Titel eines Bezirksgesprächs mit Landesrat Franz Hiesl und Mag. Dr. Erich Lehner. Dienstag, 4. Mai 2010, 20 Uhr im Bildungszentrum St. Magdalena, Schatzweg 177, 4040 Linz. Eintritt frei. Anmeldung: Tel. 0732/77 20-115 84 oder im Internet: www.familienkarte.at. Weitere Gespräche: 12. Mai in Bad Hall („Echt fett – Rausch und Risiko als Herausforderung“), 17. Mai in Schärding („Werte – was wollen wir vermitteln?“).