Wikly sitzt auf einer noch übriggebliebenen Mauer von „Soleil 4“, einer Salesianerschule in Cité Soleil, dem größten Armenviertel von Port-au-Prince. „Ohne Schule ist man nichts. Nur Fußball spielen ist auch nicht lustig“, sagt der 10-Jährige. Ein Großteil der Schulen in Haiti sind vom schweren Erdbeben zu Beginn des Jahres zerstört worden. Eine katastrophale Bilanz in einem Land, in dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung Analphabeten sind. Bildung ist für die Menschen die einzige Chance, dem Elend zu entkommen. So sichert die Caritas in dem Slum gemeinsam mit den Salesianern vor Ort zunächst den provisorischen Unterricht für etwa 6500 Kinder. Rund 8 Millionen Euro haben die Österreicher/innen der Caritas für die Opfer der Erdbeben-Katastrophe in Haiti anvertraut; weitere 1,2 Millionen Euro sind durch „Nachbar in Not“ dazugekommen. Dank der Spenden versorgt die Caritas rund 90.000 Menschen in Haiti u. a. mit Essen, Kleidung, medizinischen Hilfspaketen und Notunterkünften. Existenzsichernde Projekte der Caritas helfen langfristig, dass die Haitianer/innen zukünftig wieder auf eigenen Beinen stehen können.