22.000 Flüge pro Tag konnten in Europa in den vergangenen Tagen nicht stattfinden. Der böse Vulkan unter dem Eyjafjalla-Gletscher hat eine böse Aschewolke über Europa gezogen. Das ist die andere Seite: 22.000 Flugzeuge je Tag ziehen nicht spurlos über den europäischen Himmel. Nicht, was in deren Triebwerke hineingeraten könnte, ist das Problem, sondern was aus ihnen herauskommt. Es ist die selbstverständlich in Kauf genommene Wolke, von der die Kondensstreifen am Himmel Zeugnis geben. Ist das die „gute Wolke“, der wir Wohlstand und reibungsfreien Verkehr, vor allem Schnelligkeit verdanken? Es ist unbestritten, dass gerade diese Wolke – langfristig – den Zukunftshimmel verdüstert. In den Triebwerken heutiger Wirtschaftsabläufe verbrennt Zukunft. Wachstum und Stabilität sind mit einem ständigen Verbrennungsprozess verknüpft. Der Ausbruch des Eyjafjalla-Vulkans ist wie ein Seufzen der Erde. Nur weil etwas bequem, technisch möglich und gewinnbringend ist, ist es noch lange nicht gut. Es sind die Selbstverständlichkeiten, an die man sich nicht gewöhnen sollte. Man könnte – die Schöpfung vor Augen -– nachdenken, ob nicht das die eigentliche Katastrophe bedeutet: 22.000 Flüge pro Tag.