Ausgabe: 2010/16, Volksvertreter, Bankenvertreter, Fehler, USA, Finanztransaktionssteuer, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Atomkraftwerk Tschernobyl, Supergau, Susanne Huber, Hans Baumgartner, Europäische Union
21.04.2010
Volksvertreter oder Bankenvertreter?
Diese Woche findet in den USA der nächste G-20-Gipfel statt. EU-Europa wird dort ohne gemeinsames Konzept für die Neuordnung des Finanzsektors auftreten. Die Finanzminister konnten sich am Wochenende auf keine gemeinsame Vorgangsweise einigen. Ob Bankenabgabe, ob Finanztransaktionssteuer, ob strengere Regeln für Hedgefonds oder die Beschränkung der Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln – die Europäische Union bleibt jede Entscheidung schuldig. Beim Ausbruch der Krise haben die Verantwortlichen den Reformmund noch voll genommen. Unglaubliche 400 Milliarden Euro haben die EU-Länder in die Bankenrettung gesteckt. Dafür sollen jetzt jene zahlen, die für diese Krise am wenigsten können, Frau und Herr Normalverdiener. Wer macht da eigentlich Politik – die Volksvertreter oder die Bankenvertreter?
Hans Baumgartner
Aus Fehlern nichts gelernt
Menschen machen Fehler. Jeden Tag. Ab und zu gelingt es, aus Missgeschicken zu lernen. Manchmal sind die Pannen harmlos. Manchmal haben sie allerdings fatale Folgen. Durch menschliches Versagen ist es am 26. April vor 24 Jahren im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einem Supergau gekommen. Noch heute leiden und sterben Menschen an den Folgen. Aus der Katastrophe hat man bis heute nichts gelernt. Vielmehr werden die Stimmen lauter: Wozu auf erneuerbare Energie setzen, wenn doch weltweit mehr als 400 Kernkraftwerke in Betrieb sind und ständig neue geplant und gebaut werden? Einem erneuten Supergau steht somit nichts im Wege.