Kaum zu einer anderen Zeit zeigt sich die Lebenskraft der Natur so deutlich wie in diesen Frühlingstagen. Selbst manch tot geglaubter Strauch setzt neue Triebe an. Gelingt es auch der Kirche, sich mit neuer Kraft den Menschen zuzuwenden?
Er hat seinen Puppen-Panzer durchbrochen und seine Flügel ausgebreitet. Mit Leichtigkeit schwebt er über den Boden hin. Der Schmetterling ist wie eine Predigt Gottes für eine erstarrte Kirche. Zu unbeschwerter Leichtigkeit wird sie so schnell nicht zurückfinden. Das hieße, sich über die ernüchternde Wirklichkeit hinwegzutäuschen. Aber anrühren kann sie sich lassen von der Unbekümmertheit des Schmetterlings. Ist die Botschaft Gottes nicht dazu da, dass es Menschen leichter ums Herz werde? Im Mai geht die Kirche hinaus zu den Kapellen. Manche begeben sich auf Wallfahrt zu Kirchen, die an besonders schönen Plätzen liegen. „Du führst mich hinaus ins Weite – du machst meine Finsternis hell“, beten Christen entsprechend Psalm 18. Man darf es glauben.