Vergangenen Montag präsentierte die von Kardinal Schönborn berufene „Opferschutzanwältin“ Waltraud Klasnic ihre unabhängige Expertenkommission.
Mit der Vorstellung ihrer achtköpfigen Opferschutz-Kommission nahm Waltraud Klasnic den Kritikern ihrer Bestellung den Wind aus den Segeln. So etwa gehören zu ihrem Expertenteam der ehemalige Jugendrichter und Präsident der Opferhilfsorganisation „Weißer Ring“, Udo Jesionek, und die Präsidentin des Berufsverbandes österreichischer Psycholog/innen, Ulla Konrad. Beide hatten im Vorfeld Bedenken gegen die Bestellung Klasnics geäußert und ihre Unabhängigkeit im Sinne der Opfer bezweifelt. Sie konnten offenbar von der ehemaligen steirischen Landeshauptfrau überzeugt werden, dass es ihr um eine „ehrliche, sensible und gründliche Aufarbeitung der Missbrauchs- und Gewaltvorwürfe“ gehe, um eine effiziente Unterstützung der Opfer, auch was die Finanzierung von Therapien etc. betrifft, sowie um eine „präventive Wirkung unserer Arbeit und Empfehlungen“.
Signal. Auch die weitere Mitglieder der Kommission sind namhafte Expert/innen: die Vizepräsidentin des Verfassungsgerichtshofes, Brigitte Beierlein, der Kriminalpsychiater und Neurologe Reinhard Haller, der langjährige Stadtschulratspräsident und Restitutionsbeauftragte der Stadt Wien, Kurt Scholz, der Linzer Kinder- und Jugendpsychiater Werner Leixenring, die Grazer Richterin und Begründerin des „Forums gegen sexuellen Missbrauch“, Caroline List, sowie der Publizist und frühere Vorsitzende der Plattform „Wir sind Kirche“, Hubert Feichtlbauer. Klasnic betonte, dass die Kommission allen Opfern von Missbrauch und Gewalt in Kirche und Gesellschaft zur Verfügung stehe und ihre Arbeit frei und unabhängig mache. Mit den „Opferplattformen“ sowie den diözesanen Ombudsstellen will Klasnic zusammenarbeiten. Opfern, die sich bei der Anwaltschaft melden, sollen in allen Bundesländern auf Wunsch unabhängige Expert/innen als Ansprechpartner vermittelt werden. Kardinal Schönborn sieht in der Opferschutz-Anwaltschaft ein deutliches Signal, dass es der Kirche ernst ist mit der Aufarbeitung der Missbrauchsvergangenheit und mit der Verbesserung der Prävention.