5. Sonntag der Osterzeit (Lesejahr C), 2. Mai 2010
Ausgabe: 2010/17, Fingerzeig, Leben, 5. Sonntag der Osterzeit, Frühling, Eis, Schnee, Winter, Miteinander, Jesus, Menschen, Evangelium, Lesung, Drewermann, Gabriele Zarits, Wort zum Sonntag, Mai, Jesus lebt!, Wiesen, Gottesliebe, Nächstenliebe, Liebe
28.04.2010
Überall taucht im Frühling neues Leben auf, alles wächst und grünt und blüht. Wie auf „einer neuen Erde“, nach Eis und Schnee des Winters, atmet die Natur neu, als atme sie Gott. Der österliche Jubelruf „Jesus lebt“ bedeutet auch eine Einladung zu einem neuen Miteinander: „Wie ich euch geliebt habe, so sollte auch ihr einander lieben!“ Es darin Jesus gleichzutun ist die Herausforderung, die für die Menschen in seiner Nachfolge bleibt.
Evangelium
Joh 13, 31-33a. 34–35
Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. [. . .] Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.
1. Lesung
Apg 14, 21b–27
[. . .] kehrten sie (Paulus und Barnabas) nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück. Sie sprachen den Jüngern Mut zu und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten; sie sagten: Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen. In jeder Gemeinde bestellten sie durch Handauflegung Älteste und empfahlen sie mit Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten. Nachdem sie durch Pisidien gezogen waren, kamen sie nach Pamphylien, verkündeten in Perge das Wort und gingen dann nach Attalia hinab. Von dort fuhren sie mit dem Schiff nach Antiochia, wo man sie für das Werk, das sie nun vollbracht hatten, der Gnade Gottes empfohlen hatte. Als sie dort angekommen waren, riefen sie die Gemeinde zusammen und berichteten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte.
2. Lesung
Offb 21, 1–5a
Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.
eine Welt, wie Gott sie meinte . . .
Die Liebe ist die einzige Macht, die uns ein Stück jener Welt zeigt, wie Gott sie meinte, als er uns schuf.
Eugen Drewermann
Wort zum Sonntag
Alles neu macht der Mai
Ich gehe durch den Mai und ich kann mich nicht sattsehen. Die grünsten Wiesen, die buntesten Blumen. Das, was den Winter über nicht erfroren ist, das steht in vollem Saft da. Es wächst, es blüht, als wäre es neu eingekleidet. Die Sonne hat schon Kraft, aber gerade richtig dosiert, um dem neuen Kleid der Vegetation nicht zu schaden. Mir scheint, als würde die Natur alles aufbieten, um Gott zu preisen und zu loben. Die Natur atmet neu, als atme sie Gott. Staunen kann ich nur. Was für ein Wunder, das sich jedes Jahr neu ereignet. Ist das, was sich in der Natur ereignet, nicht ein Fingerzeig für uns Menschen, ein Zeichen für das Leben?
Jesus lebt! Lebt mit ihm in einem neuen Miteinander. Von einem neuen Jerusalem, das die ganze Schöpfung meint, spricht die Lesung. Und Jesus gibt in diese österliche Zeit ein neues Gebot: „Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben!“ Das Erkennungsmerkmal des neuen Seins ist das „Liebe leben“. Die Fußwaschung und die Eucharistie stehen in Verbindung mit dem neuen Gebot. Feindesliebe, Nächstenliebe, Selbstliebe, Gottesliebe werden in eine neue Dimension gehoben – der Liebe Jesu zu uns und dem Auftrag es ihm gleichzutun – „wie ich euch geliebt habe“. In unserem Miteinander soll es einen neuen Maßstab und eine neue Qualität geben. Jesus gab den Jüngern mit dem Dienst der Fußwaschung ein Beispiel und in der Eucharistie ein Kennzeichen der Liebe. Es ist wahrlich eine Herausforderung die entsprechende Sprachform und Handlungsweise für diese gelebte Liebe zu finden. Im konkreten Alltag muss sich die Liebe bewähren. Das bedeutet ständiges Bemühen und Einüben in ein Leben aus dieser Liebe. Das heißt für mich täglich aufs Neue: Den Hoffnungen und Ängsten, Meinungen und Haltungen der Menschen um mich in Liebe zu begegnen, auch wenn sie für mich noch so unverständlich sind.
Zum Weiterdenken
„Jesus war für die Menschen glaubwürdig, wie er ihnen den Himmel predigte und die Erde veränderte.“
Gabriela Zarits ist Diözesanleiterin der Katholischen Frauenbewegung und Vorsitzende der Frauenkommission der Diözese Eisenstadt.