Eintauchen in eine faszinierende Sternen-Welt können Besucher/innen der Landesausstellung in Peuerbach. Dort ist mit dem „Kometor“ eine begehbare Skulptur gelandet: ein Sternendom, der mit Bildern von Planeten und zeitgenössischer Kunst zum Staunen einlädt. Das Künstlerehepaar Manfred und Billa Hebenstreit aus Peuerbach hat dieses Werk geschaffen. Alt und Neu leben nun im Schlosspark nebeneinander, der Bezirk Grieskirchen ist um eine Attraktion reicher.
Sternendom für Peuerbach
Der „Kometor“ des Künstlerehepaars Hebenstreit lockt Besucher/innen zur Landesausstellung
Gewaltig, fast außerirdisch – so lässt sich die begehbare Skulptur von Manfred und Billa Hebenstreit beschreiben, die seit 30. April ihre Tore geöffnet hat. Kunst unserer Zeit ist nun in Form des „Kometors“ im Rahmen der Landesausstellung im Schlosspark gelandet.
Mittelalter, Renaissance und Gegenwart treffen in diesem künstlerischen Projekt aufeinander. Der Astronom Georg von Peuerbach (1423–1461) hat mit seinen Berechnungen das Künstlerehepaar Manfred und Billa Hebenstreit inspiriert. Die Kompassnadel – nun mit 36 m Höhe weithin sichtbar – neben dem „Kometor“ erinnert daran, dass der in Peuerbach geborene Astronom, Mathematiker, Humanist und Dichter seiner Zeit weit voraus war: er beobachtete Sonne, Mond, Planeten und Kometen, er baute verschiedene Messinstrumente und untersuchte die „Missweisung der Kompassnadel“, die nicht genau zum geographischen Nordpol zeigt. Mit seinen Studien ermöglichte Georg von Peuerbach die zuverlässige Berechnung neuer Handelswege und öffnete damit das Tor zu einer neuen Welt.
Wasserwelt im Kometor. Das Künstlerehepaar Manfred und Billa Hebenstreit, das seit 1995 in Peuerbach lebt, hat die begehbare Skulptur zum Thema Kunst und Kosmos entwickelt. Entstehung, Tod und Verwandlung in den fernsten Galaxien sowie hier auf der Erde waren Aspekte, die sie dabei interessiert haben. Die Skulptur ist in Form eines Fünfecks hinter dem Schloss errichtet worden und lädt nun in eine faszinierende Welt ein: Ein schräger Gang führt nach unten in den Eingangsbereich. Über einige Stufen erreicht man den ersten Raum, in dem heimisches „Urtl“-Quellwasser auf einer vier Meter hohen Glasfläche von oben nach unten rauscht. Sphärenklänge vermischt mit zeitgenössischer Musik ertönen und die ersten Wasser-Bilder von Hebenstreits Tauchgängen flimmern über die schrägen Wände.
Eintauchen in den Kosmos. Auf der zweiten Ebene werden die Besucher/innen von einer riesig wirkenden Spiegelfläche empfangen, die das eigene Bild in verschiedenen Variationen zurückwirft. Beim Begehen der Spiegelflächen verliert man ein wenig den festen Halt, Sitz-bänke geben Sicherheit. Über einem öffnet sich wie in einer Kuppel der Planetenhimmel. acht Meter hoch ist der Sternendom. Manfred Hebenstreit hat dafür Glasbilder entworfen, digitalisiert und mit Fotos aus dem Weltall verknüpft. Die Besucher/innen tauchen in eine Welt der Klänge, Bilder und Perspektiven ein. Die Gewalten der Natur sind spürbar, der Mensch als Teil des Komsos gerät ins Staunen. An die 1000 Sternengucker nutzten am Eröffnungswochenende die Gelegenheit, den Kometor kennenzulernen. Im Schloss Peuerbach spannt zudem die Ausstellung „Die Astronomie der Renaissance“ den Bogen von Georg von Peuerbach, über Galileo Galilei bis zur heutigen Raumfahrt und präsentiert den „Sputnik1“ aus Moskau.