Als „ehrgeizig“ loben Europas Politiker die griechischen Sparpläne zur Sanierung des Staatshaushaltes. 30 Milliarden Euro wollen sie einsparen – und bekommen dafür 110 Milliarden Finanzhilfe zugesagt. Dem „gewöhnlichen“ Bürger wird bei solchen Summen schwindlig. Doch dass auch jene, die das Sagen haben, zwar offiziell Sicherheit ausstrahlen, in Wirklichkeit äußert verunsichert sind, ist Besorgnis erregend. Noch wenige Tage zuvor hatten sie nur mit einem Drittel des nötigen Hilfsvolumens gerechnet. Wie können sich „Experten“ so täuschen? Es geht, sagen sie, um die Stabilität des europäischen Währungssystems. Das ist ein Eingeständnis, wie unsicher sie sich der Sache sind. Noch unverständlicher ist, warum gigantische Projekte nach wie vor auf ernsthafte Lösungen warten müssen. Eine Milliarde Menschen auf der Welt leiden offiziell an Hunger. Ein „Hilfspaket“ lässt auf sich warten. Geht es also doch nur um die Sicherung der „alten Verhältnisse“, in denen Reichtum und Armut getrennt bleiben sollen, sodass der Wohlstand der einen durch die Armut der anderen nicht bedroht wird? Wenn es um die Armen geht, so fehlt es an politischem Ehrgeiz. Da bleibt nur der Geiz.