In der katholischen Kirche sei ein „neues Pfingsten“ notwendig. Dafür soll ein synodaler Prozess eingeleitet werden. Das forderte eine Gruppe von 100 Vertreter/innen kirchlicher Organisationen in der Steiermark. Bischof Kapellari warnte vor der „Gefahr einer Spaltung“ und sprach sich gegen ein „steirisches Konzil“ aus.
In der Pfarre Graz-Gösting trafen sich am 19. April rund 100 Vertreter/innen kirchlicher Organisationen und Basisinitiativen – Priester, Laien und Ordensleute –, um über die „dramatische Situation in der Kirche“ zu beraten. In einem sogenannten Appell von Gösting heißt es, „eine tiefgehende Reform unserer Kirche ist unumgänglich“. An den Grazer Bischof Egon Kapellari wird appelliert, mit den reformwilligen in der Kirche einen synodalen Weg zu beginnen, der in eine Diözesansynode münden soll. Nicht nur die Diözesanleitung, auch „alle Gläubigen müssen in diesen Prozess einbezogen werden und mitbestimmen können“. Ein Team von sechs Männern und Frauen wurde beauftragt, ein Grundkonzept für diesen synodalen Weg zu erarbeiten. Fery Berger, Initiator der „Weizer Pfingstvision“ und des „Weges der Hoffnung“, zum Anliegen der Gruppe von Gösting: „Wir wollen eine möglichst große kirchliche Breite in das Boot der Reform holen.“
Absage. Nachdem zunächst auch ein Sonderkonsistorium (Diözesanleitung) Überlegungen angestellt hatte, einen Reformprozess zu starten, um die „vielen, seit Jahren und Jahrzehnten schwelenden Fragen“ zu beraten, erteilte Bischof Kapellari wenige Tage später der Idee einer steirischen Synode eine Absage. Er halte sie für nicht zielführend, sagte er in einem Interview der Kirchenzeitung „Sonntagsblatt“. Kapellari kündigte Widerstand dagegen an, „dass Gruppen Druck auf die Diözese ausüben und ihr den weiteren Weg unter Ignorierung der anderen vorschreiben wollen“. Mit ihm werde es keinen „steirischen Sonderweg“ neben oder gegen den Papst geben. Kapellari meinte, die so genannten „heißen Eisen“ würden weiter auf dem Tisch bleiben. Gleichzeitig sprach er sich dagegen aus, den „Plichtzölibat“ wie einen drückenden Schuh einfach wegzuwerfen. Er sieht die Heilung in der „Dimension Tiefe“.