Die erste Bibel, die Gott uns gegeben hat, ist die Schöpfung. Wenn wir versuchen sie zu lesen, wird sie transparent und weist auf ihn hin. Das Staunen öffnet den Blick für das Hintergründige, das für das Auge Unsichtbare, für das Göttliche. Die Zeit, in der tausend Blüten offen stehen, ihren Duft verströmen, sich im Wind wiegen lassen und uns die Hingabe an das Leben mitteilen, möchte uns einladen, diese Hochzeit der Schöpfung mitzufeiern. Wer sich am Morgen früh auf den Weg macht, kann jetzt ein einzigartiges Naturereignis erleben. Die „Blaue Stunde“. Sie ist nur Anfang Mai zu beobachten. Es ist die Stunde, in der es so aussieht, als würden Himmel und Erde sich berühren. So entstand in alter Zeit der Ausdruck der Heiligen Hochzeit, der Hochzeitzwischen Himmel und Erde. Ein Kraut, das diese Botschaft besonders zum Ausdruck bringt, ist die Gundelrebe. Sie wurde auch Hexenkraut genannt. Die Gundelrebe weist auf die weisen Frauen hin, wie auch Walpurga eine war. Diese sogenannten Hexen konnten in beide Welten sehen, die Sichtbare und die Unsichtbare. Die Hagazussinen, so wurden diese kräuterkundigen Frauen auch genannt, wurden oft um Hilfe gebeten. Sie befanden sich im Grenzbezirk, am Hag, Gartenzaun, wo auch die Gundelrebe wächst und diese beiden Welten in sich vereint.Die Gundelrebe steht somit für Ganzheit und Gemeinschaft.
- Mehr über Susanne Türtscher auf der Homepage www.alchemilla.at