Aus der Praxis: Eine Betreuerin aus einer sozialen Einrichtung meldet sich, weil eine junge Frau, die in dieser Einrichtung lebt und arbeitet, schwanger ist. „Wie kann diese Frau für ihr Kind gut sorgen?“, fragt sie. Die Betreuerin kommt mit Maria, der Schwangeren, in die Beratung, und wir klären die offenen Fragen: Welche sozialrechtlichen Ansprüche hat die werdende Mutter? Wie kann sie sich auf die Geburt vorbereiten? Was braucht sie an Unterstützung? Die Betreuerin setzt sich auch mit der Frage auseinander, wie die Einrichtung mit der Situation umgehen kann. Dies ist die erste Frau, die in dieser betreuten Einrichtung lebt und ein Kind erwartet. Was ist mit dem Vater des Kindes? Es werden auch Ängste angesprochen.
Models mit fröhlichen Kindern gibt es rund um den Muttertag überall zu sehen. Manche Mütter passen gar nicht in dieses Klischee. Zum Beispiel, wenn sie behindert sind.
Im Beratungsgespräch wird klar, dass Maria mit dem Vater des Kindes zusammenleben möchte und sich auf das Kind freut. Gemeinsam klären wir die Rahmenbedingungen und die Ansprüche von Maria. Die Betreuerin wird bei den Anträgen auf Wochenhilfe, Karenz und Familienbeihilfe behilflich sein. Sie begleitet sie zu den Arztterminen. Die junge Familie wird eine eigene Wohnung beziehen. Die wöchentlichen Betreuungsstunden werden besprochen. Es wird auch Kontakt mit der Jugendwohlfahrt gesucht, damit das Wohl des Kindes sichergestellt werden kann. Bei der Beschaffung der Babyausstattung erhält Maria Hilfe.
Betreuung beim Pflegen. Nach der Geburt des Kindes unterstützt eine Hebamme die junge Familie, damit Maria und ihr Partner die Pflege des Kindes lernen können. Maria ist sehr bemüht und erlernt das Füttern und Versorgen des Kindes. Der Vater hilft, aber Betreuung ist notwendig. Die junge Familie erlebt viele Konflikte – wir müssen beobachten, wie die Eltern miteinander umgehen. Wer tut was, und wie kann die Frau sich auf den Partner verlassen? Kommen Sie mit dem vorhandenen Geld aus, und wie wird es verwendet? Durch die regelmäßige Betreuung ufern die Konflikte nicht aus, und der Kleine kann eine Bindung aufbauen.
Eigene Möglichkeiten. Das eigene Tun zu reflektieren ist in dieser Familie schwierig, weil es den Beteiligten nicht möglich ist. Es braucht viel Geduld, damit die Mutter ihr Kind verstehen lernt und auch ihre Handlungen danach setzt.Nach der Karenz geht Maria wieder ihrer Beschäftigung nach, und ihr Sohn muss betreut werden. Nach einigen Überlegungen entscheidet sie sich für eine Tagesmutter. Dies hat zwei Gründe: die individuelle Betreuung des Kleinen und die bessere Fördermöglichkeit.
Zusammenarbeit ist notwendig. Dieses Kind einer betreuten Mutter hat jede mögliche Zuwendung erhalten und sich gut entwickelt. In dieser intensiven Zeit war eine gute Zusammenarbeit der betreuenden Personen dringend notwendig. Es war wichtig, sich untereinander auszutauschen und die Betroffenen einzubeziehen. Ständig mussten Lösungen angedacht, verändert und umgesetzt werden.