Christen glauben an den Himmel – sagen sie. In der menschlichen Vorstellung ist schwer auszumalen, wie er aussehen soll – und was er bedeutet. Auferstehung, ewiges Leben. Erlösung. Solche Begriffe deuten den Himmel an. Aber vielleicht sollte man sich den Himmel nicht zu weit oben und vor allem nicht in zu ferner Zukunft vorstellen – sondern ihm mitten im Leben Geltung verschaffen. Menschen, die an den Himmel glauben – ihm Bedeutung in ihrem Leben geben wollen, durchstoßen die Grenzen des „menschlich Ermesslichen“. Der Himmel entlastet vom Zwang, Gelingen und Misslingen des Lebens allein an dem messen zu müssen, was sich zwischen Geburt und Tod erleben lässt. Der Himmel eröffnet einen größeren Horizont, als ihn die Freizeitindustrie verspricht und wie ihn die menschliche Gerichtsbarkeit kennt – mit genau festgelegten Rechtsansprüchen und Strafausmaßen. Der Himmel übersteigt das menschlich Ermessliche. Versöhnung. Gnade. Vergebung. Auch das Wort der Worte – Liebe – kann man nicht per Rechtsanspruch einfordern. Der Himmel macht schon jetzt das Leben unendlich bedeutsam – und schön.