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Es ist ein Hinziehen zum Ja

Die Don-Bosco-Schwestern und die Franziskanerinnen in Vöcklabruck feierten Professjubiläen. – Dazu ein Gespräch mit Schwestern
Ausgabe: 2010/32, Don-Bosco-Schwestern, Franziskanerinnen, Vöcklabruck, Sr. Rita, Jesaja, Professfeiern, Professjubiläen, Gesprächsrunde,
11.08.2010
- Ernst Gansinger


Bei der Feier der Ersten Profess von Sr. Rita bei den Don-Bosco-Schwestern in Vöcklabruck am 4. August wurde aus Jesaja gelesen: „Ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir.“ Was bedeutet das für Sr. Rita?

„Für mich heißt’s, im Himmel einen Vater haben, auf den ich mich in jeder Situation verlassen kann“, sagt Sr. Rita Butschitz. Ein anderes Beziehungsbild bringt die Novizin der Franziskanerinnen Sr. Julia Gold in Bezug auf die Ehelosigkeit: „Beziehung ist wichtig, mit Menschen, die man gerne hat, beisammen sein zu können.“ Als Ordensfrau denkt sie: „Ich antworte dem Ruf Jesu, indem ich mich in freier Entscheidung an ihn binde. Ich liebe ihn, er liebt mich.“ Für Sr. Imma Haidinger, die heuer ihr 60-jähriges Profess-Jubiläum feiert, ist das Bräutigam-Bild nicht so sehr im Vordergrund. Für sie ist Jesus „mein Lebensbegleiter, mein Lebensberater“.

Vater und Mutter. Die Don-Bosco-Schwestern verehren Maria. Der Orden, dem weltweit 14.000 Schwestern angehören, wurde mit der Bezeichnung „Töchter Mariä Hilfe der Christen“ gegründet. Das geht auf einen Traum Don Boscos zurück, in dem ihm Jesus eine Lehrmeisterin zur Seite stellte – Maria. Diesen Traum deutet Sr. Rita auch für sich: „Maria ist eine Mutter, die mich an der Hand nimmt und führt.“ Der leibliche Vater spielte für Sr. Imma Haidinger eine wichtige Rolle: „Die Berufung ist von der Familie her gekommen“, sagt sie und erzählt, wie wichtig dem Vater das Bibelwort war „was ihr den Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ Ihr Weg in den Orden führte über einzelne Schwestern der Franziskanerinnen.

Der schönste Beruf.„Ein großes Ja verlangt viele kleine Nein“ las Sr. Ulrike einmal auf einer Spruchkarte. Daran muss sie bei der Frage denken, ob die Entscheidung für ein Ordensleben nicht viel mit Verzicht zu tun habe. – „Das große Ja hat dazu geführt, dass ich sehr beschenkt worden bin.“ Und Sr. Rita sagt: „Es zahlt sich aus, Entscheidungen zu treffen.“ Man könne sich nicht alle Türen offen lassen. Für sie steht fest: „Ordensschwester ist der schönste Beruf!“ Als Don-Bosco-Schwester wird sie im Bereich der Kinder- und Jugenderziehung und -begleitung tätig sein. Und dabei das „spezifisch Frauliche leben“, wie es in der Ordenserklärung heißt. Für Sr. Elisabeth heißt das, Geborgenheit, Halt geben. Die Profess-Jubilarin Sr. Theresia Quatember sieht darin den Auftrag, die sensible Seite zu leben, den Kindern zu zeigen, dass sie gemocht sind.

Gehorsam, arm, keusch. Sr. Imma, die seit 60 Jahren Ordensschwester ist, antwortet auf die Frage nach den drei evangelischen Räten (Armut, Keuschheit und Gehorsam). „Mit der Armut habe ich mich am Anfang eher schwer getan. Der Gehorsam war nicht schwierig, der wurde schon in der Familie gelebt.“ Und sie ergänzt: „Im Orden geht vieles mit Absprache.“ Ähnlich erklären es die Don-Bosco-Schwestern: „Gehorsam ist das gemeinsame Suchen nach dem Willen Gottes“, sagt Sr. Elisabeth. Und die Ehelosigkeit? – Schön hätte Sr. Imma gefunden, „Leben weiterzugeben. Das war für mich eine große Frage.“ Diese Frage mündete in die Hochachtung vor dem Kindsein, mit der sie ihre Arbeit getan hat – als Kindergärtnerin, in der Wohngemeinschaft mit verhaltensauffälligen Mädchen (Spattstraße) ...

Wie wird man Ordensschwester? Berufung ist eine Sehnsuchtsfrage – die Sehnsucht nach dem Leben mit Gott“, sagt Sr. Elisabeth. Sr. Rita meint: „Nicht wir berufen uns, Gott ruft uns. Ich kann gar nicht anders. Es ist ein Hinziehen. Es zieht dich so lange an, bis du ja sagst.“ Als ein Hinhören auf das Innere, das kann eine leise Stimme sein, beschreibt es Sr. Ulrike. Für Sr. Julia Gold war es schon auch ein Ringen. „Es hat lange gedauert. Aber ich habe gespürt – da zieht mich meine Sehnsucht hin.“ Sr. Theresia meint, Gott rufe viele, aber wenige hören. Dem hält Sr. Ulrike entgegen: „Gott ruft auf viele Wege. Es kann auch die Berufung zur Ehe sein. Wir wären alle nicht auf dem Weg, hätten unsere Eltern nicht diese Berufung gehabt.“



Professjubiläen


Franziskanerinnen

- Am 7. August 2010 feierten im Mutterhaus der Franziskanerinnen Vöcklabruck 28 Schwestern den Jahrestag ihrer Profess:

75-jähriges Jubiläum:
Sr. Marcia Steiner (Hochburg-Ach)


70-jähriges Jubiläum:
Sr. Leo Fellinger, (Pötting)
Sr. Erna Eitzinger. (Vöcklamarkt)


65-jähriges Jubiläum:
Sr. Hermanna Kern, (Unterweißenbach)
Sr. Rosa Hiebl. (Ranshofen)


60-jähriges Jubiläum:
Sr. Basilia Ennser (Attnang),
Sr. Josefa Pölzleitner (St. Georgen i. A.)
Sr. Egward Birnbaumer (Ungenach)
Sr. Eva Rammer (Ried i. d. Riedmark)
Sr. Flora Leitenbauer (Niederkappl)
Sr. Adelgund Heininger (Laakirchen)
Sr. Imma Haidinger (St. Agatha bei Waizenkirchen)


50-jähriges Jubiläum:
Sr. Dionysia Pfleger (Rainbach i. M.)
Sr. Ernestine Söllner (Pettenbach)
Sr. Ursula Selker (Diersbach)
Sr. Euphrasia Kolm (Seewalchen)
Sr. Melanie Katherl (Seelwalchen)
Sr. Arnolda Grömmer (Zell an der Pram)
Sr. Juliane Wurmhöringer (Wels, Stadtpfarre)
Sr. Birgit Schneider (Mondsee)
Sr. Margaret Uttenthaler (Kirchdorf am Inn)
Sr. Leonissa Wölflingseder (St. Marienkirchen bei Schärding)
Sr. Helgard Hochmayr (Peuerbach)
Sr. Irmengard Pauzenberger (St. Georgen bei Grieskirchen)
Sr. Albana Feichtinger (Altheim)


25-jähriges Jubiläum
Sr. Christine Huber (Ostermiething)
Sr. Edith Amesberger (Waizenkirchen)
Sr. Luzia Thonak (Blankenfelde, St. Mikolaus, Deutschland


Sr. Kunigunde Fürst (links, Generaloberin) und Bischof em. Maximilian Aichern (rechts) mit Jubilarinnen: v. l. n. r. Vorne: Sr. Imma Haidinger, Sr. Leo Fellinger, Sr. Flora Leitenbauer. Mitte: Sr. Josefa Pölzleitner. Hinten: Sr. Adelgund Heininger, Sr. Egward Birnbaumer. Foto: Franziskanerinnen





Die Don Bosco Schwestern nahmen am 4. August 2010 Sr. Rita Butschitz in ihrer Gemeinschaft als Mitschwester auf. Mit ihr feierten die Jubilarinnen der Don Bosco Schwestern: Hinten, v. l. n. r.: Sr. Theresia Höltschl (50 Jahre Profess), Sr. Hildegard Steglehner (60 Jahre), Sr. Gertraud Steinauer (50 Jahre), Sr. Theresia Quatember (60 Jahre), Sr. Maria Wallner (40 Jahre). Mitte, v. l. n. r.; Sr. Rita Butschitz (Erste Profess), Sr. Margarete Birklbauer (50 Jahre), Sr. Maria Tieber (60 Jahre), Sr. Anna Bösendorfer (50 Jahre), Sr. Maria Maxwald (Provinzoberin). Vorne,v. l. n. r.: Sr. Paula Rodi (70 Jahre), Sr. Juliane Thauerböck (60 Jahre). Nicht im Bild: Die Jubilarinnen Sr. Maria Wieland (50 Jahre) und Sr. Cäcilia Lehrbaum (60 Jahre).



Hinweise


- Am Samstag, den 18. September 2010 ist von 10 bis 17 Uhr „Tag des offenen Klosters“ im Mutterhaus der Franziskanerinnen Vöcklabruck, Salzburger Straße 18. Ab 11.30 Uhr gibt es stündlich Führungen durch das Mutterhaus und den Mutterhausgarten, einen Pflanzen- und Samenmarkt, einen Bücher- und Bilder-Flohmarkt und ein Kinderprogramm. Der Reinerlös geht an „Sprungbrett Bildung“ in Kasachstan.


- Don Bosco Schwestern. Von 5. bis 10. September begleiten Dr. Ivo Muser, Sr. Johanna Götsch und Sr. Martina Nießler eine Pilgergruppe nach Turin und zu Mornese, jenen Orten, die zum Grundstein für das weltweite Jugendwerk Don Boscos wurden.
- Anmeldung: Tel. 0699/123 554 66, E-Mail: johanna.goetsch@donbosco.ati
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