Papst Franziskus hat junge Leute in einem persönlichen Brief zu mehr Mitsprache aufgerufen. Die Kirche wolle auf ihre Sensibilität und ihren Glauben, aber auch auf Zweifel und Kritik hören. Der Ruf der jungen Generation müsse „bis zu den Hirten gelangen“, appellierte er in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben. Franziskus verwies auf die Weisung des Ordensgründers Benedikt an Äbte, bei wichtigen Entscheidungen auch junge Mönche zu hören, denn oft werde „einem Jüngeren offenbart, was das Bessere ist“. Anlass der Papstbriefs ist die Weltbischofssynode 2018, deren Vorbereitungsdokument am Freitag in Rom vorgestellt wurde. Das Bischofstreffen steht unter dem Motto „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungspastoral“. Jugendliche Delegierte sind nicht vorgesehen; geplant ist, dass Einige jedoch als Hörer den Debatten folgen und an Arbeitsgruppen teilnehmen. Franziskus schrieb, die Jugendlichen seien aufgerufen, „hinauszugehen“ und eine gerechtere und geschwisterlichere Welt aufzubauen. Viele erlebten dieses Hinausgehen allerdings als Flucht vor Machtmissbrauch, Ungerechtigkeit und Krieg. „Ihr Schrei steigt auf zu Gott“, so der Papst. Er bestärkte die jungen Menschen in ihrem Drang nach Veränderung, der „sich nicht der Wegwerfkultur beugen noch der Globalisierung der Gleichgültigkeit das Feld überlassen“ wolle. „Hört auf diesen Schrei, der aus eurem Inneren aufsteigt!“, schrieb Franziskus. Jugendliche können sich ab 1. März im Internet direkt an der Umfrage beteiligen.