Auf dem Transparent, quer über die Straße gespannt, steht zu lesen: Einladung zur Sonnwendfeier. Der Hinweis ist nicht neu um diese Jahreszeit und doch erschüttert er mein sommerlich gestimmtes Hochgefühl. Sonnenwende, jetzt schon? Ich habe doch gerade erst die Winterkleidung verräumt und die Frühlingsblumen gepflanzt! Ich habe zwar Unmengen an Eis genossen und den ersten Sonnenbrand erlitten, doch der Sommer kommt erst langsam bei mir an.
Wie jedes Jahr wird mir im Juni überraschend bewusst, dass schon wieder die Hälfte des Jahres vorbei ist, das doch scheinbar erst begonnen hat. Wie jedes Jahr bin ich verwundert darüber, wie schnell es verging und dass es mir immer schneller erscheint. Das ist das Älterwerden, denke ich.
Doch schon als Kind hat mich die Sonnenwende daran erinnert, dass der Sommer voll Abenteuer ein Ende hat. Dafür waren dann die bewusst erlebten warmen und heißen Tage umso schöner. Wenn sich also am 21. Juni um 19.16 Uhr die Sommersonnenwende vollzieht, manche über’s Feuer springen, bis die Kleidung nach Holzofenleberkäs riecht, werde ich die Abenddämmerung genießen und mich auf den Rest des Jahres freuen.