Die 13. Weltspiele für Menschen mit mentaler Behinderung finden in Athen statt
Ausgabe: 2011/25, Sport, Abendteuer, Olympics, Korfu, bälle, St. Pius
22.06.2011
- Ernst Gansinger
Am 20. Juni sind sie ins Abenteuer „Special Olympics“ aufgebrochen. Ein paar Tage genießen sie, bevor die Wettkämpfe beginnen, auf Korfu Gastfreundschaft. Am Samstag, 25. Juni, werden die Weltspiele dann in Athen eröffnet. Sie dauern bis 4. Juli.
Aus Oberösterreich nehmen neun Sportler/innen teil, fünf kommen aus St. Pius, der Einrichtung der Caritas für Menschen mit Behinderungen: Barbara Hiessböck und Inge Weinberger werden beim Boccia-Bewerb antreten, Friedrich Strasser, Peter Brandstetter und Ronald Falkner kämpfen beim Tennis um Medaillen. Special Olympics ist weltweit organisiert – in 180 Nationen sporteln mehr als 2,5 Millionen Kinder ab acht Jahren, Jugendliche und Erwachsene mit mentaler Behinderung.
Spaß mit Bällen. Wenige Tage vor dem Abflug absolvieren die Boccia-Spielerinnen noch ein Training in St. Pius. Seit drei, vier Jahren, erzählt die Betreuerin Elisabeth Schwanthaler, wird in der Caritas-Einrichtung der Boccia-Sport ausgeübt. Es entwickelte sich aus dem Fußball. Die in St. Pius betreuten Menschen werden zunehmend älter. Damit sinkt die sportliche Leistungsstärke. Spaß mit Bällen kann man auch mit Boccia haben. St. Pius hält seit Jahren das Sporteln hoch. Sport, so der Tennis-Trainer Leopold Gfellner, bewirkt viel Positives: Teamfähigkeit – „miteinander ist man stark“ – oder Selbstbewusstsein. Durch Sport entsteht viel Integration, er erhöht die Lebensqualität, betonen Elisabeth Schwanthaler und Leopold Gfellner.
Eine Chance für alle. Inge Weinberger und Barbara Hiessböck freuen sich schon auf Griechenland, aufs Fliegen, auf die Wettkämpfe, die Erlebnisse in einem anderen Land, das Einkaufen, das Spazieren-Gehen. Auf den griechischer Wein auch? Inge und Barbara lachen und verraten nichts. Am 25. Juni werden sie ins Kallimarmaron-Panathinaikon-Stadion in der einheitlichen österreichischen Kleidung einmarschieren. Im Boccia-Bewerb treten 340 Starter/innen an. Bei Special Olympics werden nach Sichtungs-Bewerben Leis-tungsklassen gebildet. Die Besten haben ihren Bewerb, genauso die Schwächsten. Das ist die Philosophie: Es soll für jede/n eine Chance geben. Um die Chance wahrnehmen zu können, wird fleißig trainiert. Wichtig ist auch, vorher schon an einem nationalen Bewerb teilgenommen zu haben. Die Tennisspieler freuen sich ebenso auf Athen. Sollte es keinen Medaillenlohn geben, „geht die Welt nicht unter“, sagt Ronald Falkner. Sport ist auch ohne Medaille schön.