Meistens wird die Wohnung sehr schnell zu eng. Der Große verteilt seine Hundertschaft an Autos über den Spielzeugteppich und besetzt alles mit einem Verkehrsstau. Daneben Bauklötze und umgeworfene Polster, die die Demarkationslinie zum „Reich“ der Schwester bilden. Es lebe das Chaos und der Geschwisterstreit! Der brüchige Friede wird alle paar Minuten durchbrochen. Der Große schreit, dass es die Nachbarn hören, die Kleine probiert ihre gerade neuen Zähne am Arm des Bruders aus. Schöne Abdrücke sind das! Wenigstens lädt das Wetter jetzt oft zum Rausgehen ein, wo es etwas entspannter zugeht. Ist ja auch mehr Platz draußen. Wobei der schönste Park im Viertel deutlich beschnitten wurde. Um die Verletzungsgefahr einzudämmen, hat die Stadt Linz einen Sicherheitszaun quer durch das Gelände gezogen. Denn im Winter soll sich einmal ein Kind wehgetan haben beim Spielen, erzählen die Mütter im Park. Die Stadt will sich offenbar Klagen ersparen. Statt zu sehen, dass es Eigenverantwortung auch gibt, wird wohl bald die Steigerung folgen: das Klettergerüst und die Rutsche eingekleidet in Schaumstoff. Vielleicht erkennt man später: So wie der Streit zwischen Geschwistern dazugehört, kann man nicht jede Verletzung von vornherein vermeiden. Auch wenn man das manchmal nur allzu gerne haben möchte.