Alles passiert gleichzeitig und besetzt uns mit Angst. – Das letzte Wochenende hatte eine Menge solcher Gleichzeitigkeiten der Angstquellen: In Norwegen das schlimme Massaker. In Afghanistan die Hinrichtung eines Achtjährigen durch die Taliban. Ein Mordanschlag in Traun. Dazu die anhaltenden Meldungen über Wirtschaftsprobleme in der Eurozone und über die bedrohte Umwelt. Überall Gefahr, Bedrohung, Bedrängnis, Unsicherheit! Wie sollte man da nicht Angst bekommen?
Der französische Denker Paul Virilio sieht im Buch „Die Verwaltung der Angst“ unsere Angst u.a. durch die Lichtgeschwindigkeit hervorgerufen, mit der wir an allem in der Welt teilnehmen. Wir kommen mit der Gleichzeitgkeit nicht mehr zu Rande. Die elektronischen Medien verführen uns zu einem Tunnelblick auf das Gleichzeitige dieser Welt. Dieser Blick lässt keine Zeit mehr, seinen Blick zu weiten, das Gesichtsfeld wieder darauf einzustellen, was neben uns ist. Der Angst zu begegnen braucht Zeit, nicht Gleichzeitigkeit. Zeit für das Nacheinander- Wahrnehmen des Vielen um uns, was unser Vertrauen, unseren Glauben und die Hoffnung stärken kann.