Als Erzieherin galt sie viele Jahre als letzte Adresse für Jugendliche, die keiner mehr haben wollte. Und auch als Flüchtlingshelferin ist Ute Bock seit Jahren Anlaufstelle für jene, um die sich niemand kümmern mag. Unlängst war sie zu Gast bei der Internationalen Pädagogischen Werktagung in Salzburg. Es ist spätabends. Eine Mutter mit ihrem vierzehnjährigen Sohn braucht ein Quartier. „Die sind aus Ungarn gekommen, sprechen beide kein Deutsch, sind fremd in Österreich. Als Mutter kann ich doch nicht einfach mit meinem Sohn irgendwo hinfahren und sagen, so, jetzt sind wir da. Aber die andere Seite ist, dass man die beiden nicht im Park schlafen lassen kann“, erklärt Ute Bock. Jeden Tag kommen bis zu drei Familien zu ihr, die auf der Straße stehen „und die man unterbringen muss. Das ist eine Katastrophe“, sagt die Flüchtlingshelferin. Niemand wird bei ihrem Verein abgewiesen, denn keiner soll auf der Straße schlafen müssen.
Flüchtlingsprojekt. Auf Wunsch ihres Vaters, einen sicheren Posten anzustreben, bewarb sich Ute Bock als junge Frau bei der Stadt Wien. „Maturanten wurden damals nur für den Erziehungsdienst aufgenommen. So kam ich in ein Heim für Sonderschüler. Da bin ich dann picken geblieben, weil mir die Kinder leid getan haben“, erzählt die gebürtige Linzerin. Schwierige Jugendliche sind meist bei ihr gelandet. „Nachdem ich die Letzte in der Reihe war, hab ich mich so lange mit ihnen auseinandergesetzt, bis die jungen Leute ihre Ausbildung fertig gemacht und eine Arbeit bekommen haben.“ Mehr und mehr ausländische Jugendliche wurden zu ihr geschickt und so hat sie sich immer öfter auch um Asylwerber/innen gekümmert. In der Folge gründete sie den Verein „Flüchtlingsprojekt Ute Bock“ und organisiert seit ihrer Pensionierung im Jahr 2002 private Wohngemeinschaften für Flüchtlinge.
- www.fraubock.at