Die Initiative der Europäischen Union, die Entwicklung des Donauraums voranzutreiben, darf nicht Papier bleiben, sondern muss mit Leben erfüllt werden, erklärt Gottfried Kneifel. Für den Präsidenten des Bundesrates stellt die Donau eine natürliche Klammer mit den Oststaaten dar. In den 14 Ländern des Donauraums – acht davon sind EU-Staaten – leben 115 Millionen Menschen. Der knapp 3000 Kilometer lange Fluss dient seit alters her als Wasserstraße und ermöglicht so Kontakt quer durch Europa. „Die Donau ist die von der Schöpfung vorgegebene Verkehrsverbindung von Mittel- und Osteuropa. Das sollten wir nutzen“, meint Gottfried Kneifel. Der Bundesrat aus Enns – an der Donau – weist auf die Umweltfreundlichkeit der Schifffahrt hin. Ein Binnenschiff kann bis zu 144 Container laden. Auf der Straße transportiert würde man dafür 144 LKW benötigen, die – rechnet man den gesetzlichen Sicherheitsabstand von 50 Meter zwischen den Lastwagen ein – eine Kolonne von 10,8 Kilometer ergeben würde. Kneifel: „Ohne verstärkte Nutzung der Schifffahrt werden die Klimaziele der EU bis 2020 nicht zu erreichen sein.“ Mit der Donau-Wasserstraße liegt eine natürliche Infrastruktur direkt vor der Haustür, die ohne vorangehende Investitionen aufnahmefähig ist: Die Schleusen sind erst zu 30 Prozent ausgelastet. Schiffs-Liniendienst Enns – Schwarzmeer. Der Ennshafen, dessen ehrenamtlicher Aufsichtsratsvorsitzender Kneifel seit 13 Jahren ist, trägt dazu bei, dass die Donau als umweltfreundliche Wasserstraße Schritt für Schritt attraktiver wird. So ist ein wöchentlicher Li-niendienst von Oberösterreich weg in Planung, der einzelne Container in den Donauhäfen aufnimmt und an das Schwarze Meer verfrachtet. Dieser Schiffs-Shuttle wird es auch kleineren Unternehmen, die nicht ganze Schiffsladungen voll zu verschicken haben, ermöglichen, den Wasserweg zu nutzen. Eine Partnerschaft zwischen dem Hafen Enns und dem rumänischen Galati soll die Voraussetzungen dafür schaffen.
Donau-Tourismus. Die Donau ist aber mehr als eine Wasserstraße für der Wirtschaft. Mit der Landschaft am Fluss verbinden sich erfolgreiche und beliebte Angebote für Touristen: 437.000 Radler/innen sind jährlich am Donauradweg (im Bundesland Oberösterreich) unterwegs und rund 800.000 Passagiere zählt man auf Ausflugs- und Kabinenschiffen. Diese erfolgreiche Bilanz von 20 Jahren „Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich“ gelte es nun, in die EU-Donauraumstrategie einzubinden und mit den Donauländern im Osten Europas gemeinsame Projekte durchzuführen. Der Tourismus soll immer mehr zu einer Klammer der Donauländer werden, unterstreicht Kneifel.
Römermuseum in Enns. Eine weitere sichtbare Verbindung zwischen den Donauländern soll die Ernennung des Donaulimes zum UNESCO-Weltkulturerbe werden. Im Jahr 2012 wird das Projekt, das aus einer einstigen Militäranlage ein europäisches Friedensdenkmal macht, einreichfertig sein. Die oberösterreichische Landesausstellung 2018 wird die Bedeutung der Römer an der Donau in einem neuen Museum in Enns zeigen.