Am 28. Mai begeht die Menschenrechtsorganisation Amnesty international ihren 50. Geburtstag. Heinz Patzelt ist ihre starke Stimme in Österreich. „Es gibt viele gute Facheinrichtungen, die sich für Menschenrechte einsetzen. Das Einmalige an Amnesty International ist, dass ich dieses Engagement gemeinsam mit drei Millionen Menschen auf der ganzen Welt teile. Egal welcher Religion, Weltanschauung oder politischen Richtung wir angehören oder wie groß die sozialen und kulturellen Unterschiede sind, wenn es um die 30 Artikel der Menschenrechtserklärung geht, ziehen wir an einem Strang. Das hat schon ganz viel Kraft“, sagt Heinz Patzelt. Er ist seit 1998 Generalsekretär von Amnesty International in Österreich.
Sie gelten universell. In seinem Elternhaus hat der 54-jährige Wiener früh gelernt, was Fairness und Gerechtigkeit bedeuten. Zu seiner christlichen Wertorientierung, so Patzelt, habe das Schottengymnasium (Benediktiner) viel beigetragen. Durch sein langes ehrenamtliches Engagement bei den Maltesern (Behindertenbetreuung, Krankentransporte) habe „ich sehr gut gelernt, dass man den einzelnen Menschen in seinen Bedürfnissen wahrnimmt“. Die Würde, die jedem Menschen unabhängig von seinem Einkommen, seiner Herkunft oder auch seiner Schuld zukommt, ist für Patzelt der Eckstein jeder Menschenrechtsarbeit. „Deshalb gelten die Menschenrechte für jeden und jede und universell.“ Menschenrechte umfassen für Patzelt aber nicht nur persönliche Freiheits- und Schutzrechte, sondern auch das Recht auf Nahrung, auf medizinische Versorgung oder Unterkunft. „Auch das hat mit Würde zu tun.“