„Rapid ist mehr als ein Fußballverein, das ist eine große Familie“, hat er dem Papst erklärt. Und dann diese Ausschreitungen! Pfarrer Christoph Pelczar ist „tief betroffen“.
Auf der Heimfahrt von einer Romreise erreichte Pfarrer Pelczar in Villach ein SMS – „Spielabbruch“. Nur wenige Tage zuvor hat er dem Papst ein Rapidtrikot mit der Aufschrift „Benedikt XVI.“ übergeben (Bild) und ihm von der großen Rapid-Familie erzählt. Fußball ist für den Pfarrer von Weikendorf (NÖ) nämlich viel mehr als ein Spiel, das „ist ein Lebensraum, in dem man miteinander Höhen und Tiefen teilt, Gemeinschaft erfährt, auch Werte.“ Deshalb ist er über die Randalierer, die im Hanappi-Stadion den Rasen stürmten „tief betroffen“. „Diese frustrierten, schwachen Typen, die andere dann auch noch mitziehen, verraten alles, was in einer Familie wichtig ist, nämlich das man zusammensteht, auch wenn es schwierig ist, dass man voreinander Respekt hat …“
Schon als Kind war für Pelczar Fußball eine Leidenschaft. Durch eine Asthma-Erkrankung musste er als Vereinsspieler aufhören. Priester wurde er, weil „mich das Geheimnis Mensch bis heute fasziniert und ich Menschen in allen Lebenslagen und Lebensräumen begleiten wollte“. Nach dem Beginn seiner theologischen Ausbildung in Krakau setzte er 1997 sein Studium in Wien fort, „weil man hier Priester brauchte“. Seit fünf Jahren ist er Mental-Trainer bei der Rapid-Jugend. Bei der Euro 2008 organisierte er die ökumenische Seelsorge mit und war viel in der Fanmeile unterwegs. In der Fastenzeit hat er ein Projekt gestartet, mit dem er 1000 Jugendliche in der Region mit „etwas anderen Gottesdiensten“ und dem Thema Fußball, Glaube und Leben ansprechen will. Und es läuft gut.