Kirchentag – das wär’ schon was
120.000 Menschen waren gekommen. Es gab spannende Diskussionen zu entscheidenden Zukunftsfragen, es gab große, festliche Events, es gab zahlreiche Runden, in denen Menschen ihren Glauben und das Wort Gottes (Bibel) miteinander teilten, es gab Orte des Betens und der Stille. Christen, das zeigte der Evangelische Kirchentag in Dresden deutlich, geben ihren Glauben nicht bei der Kirchentür ab, sie wollen zeigen, dass sie „ihr Herz am rechten Fleck haben“, wenn es darum geht, Glaube zu leben und Gesellschaft mitzugestalten. Diese gemeinsame Erfahrung, so sagten viele, habe sie gestärkt und ermutigt. Es wäre höchst an der Zeit, auch in Österreich – nach 28 Jahren – wieder einen Katholiken- oder Kirchentag zu wagen – einen nicht von oben verordneten. Hans Baumgartner
Kraftwerk auf Kosten der Indigenas
Nun ist es also fix: Die Bauarbeiten zum Mega-Staudamm-Projekt Belo Monte im Amazonasgebiet können beginnen. Die Umweltbehörde in Brasilien gab grünes Licht und erteilte damit all denen, die seit Jahren gegen den Bau des umstrittenen Kraftwerks protestieren, die rote Karte: Umweltschützern, Menschenrechtsaktivisten, dem austrobrasilianischen Bischof Erwin Kräutler und vor allem jenen, die direkt davon betroffen sind – der indigenen Bevölkerung, die dort lebt. Das bedeutet, dass Tausende Ureinwohner ihre Heimat verlassen müssen und dass die Umwelt massiv geschädigt wird. Traurig, dass in diesem Machtgeflecht aus politischen und wirtschaftlichen Interessen mit Andritz auch eine österreichische Firma mitmischt. Susanne Huber