Sommerfeste, Straßenfeste, Seefeste, Grillfeste. Ein Land der Glücklichen muss es sein, in dem es so viel zu feiern gilt, wie die ins Haus flatternden Postwurf-Einladungen und die Plakatständer an den Ausfallstraßen verkünden. Vereine füllen ihre knapp gewordenen Kassen auf, an den Badeseen versucht man die kurze Saison aufzubessern. Die Feste unserer Zeit sind seltsam anlasslos geworden. Es wird gegrillt, und das ist schon ein Fest? Und am See spielt Musik – und auch das nennt sich Fest. Dass man bei vielen dieser Art Feste Eintritt zahlt, macht sie verdächtig: eigentlich sind es Geschäfte um Lustbarkeiten – ganz legitim und hoffentlich unterhaltsam, aber eben doch kein Fest. Eine Freude muss da sein, die sich mitteilen will und die nach außen drängt. Zu wirklichen Festen ladet jemand ein. Ein Gastgeber will mit Gästen seine Freude feiern – und denkt dabei nicht daran, ob am Ende die Kasse stimmt. Echte Feste haben einen Anlass: einen Menschen, den es zu feiern gilt. Eine Trauer auch, weil es sich von jemandem zu verabschieden gilt. Eine Mitte. Es ist schön, wenn Menschen zusammenkommen – am See, beim Grillen und im Verein. Aber hin und wieder soll Zeit für ein Fest sein.