Die Profitgier frisst die Löhne
Der österreichischen Wirtschaft geht es nach der Krise über Erwarten gut. Der Motor für das Wachstum sind die gestiegenen Exporte und Investitionen der Unternehmen. Die Nachfrage der heimischen Konsumenten hingegen ist nach wie vor schwach. Das hat zwei Gründe: Die in Krisenzeiten gemachten Lohnabschlüsse waren bescheiden und sie werden von gestiegenen Preisen, vor allem bei Lebensmitteln und Energie, aufgefressen. Gerade in diesen beiden Bereichen werden die Preise besonders stark durch internationale Spekulanten mitbestimmt. Sie können das tun, weil die Politik bei der versprochenen Regulierung der Finanzmärkte weiter säumig ist. Erst vor wenigen Tagen hat Papst Benedikt gemeint, man dürfe dazu nicht mehr schweigen, weil die Finanzmärkte „ohne feste Regeln und arm an morali-schen Prinzipien nur auf Profit ausgerichtet zu sein scheinen.“ Hans Baumgartner
Eine Frau hat gesiegt
Allen Befürchtungen zum Trotz haben 47 Millionen Thailänder und Thailänderinnen am vergangenen Sonntag ohne Unruhen gewählt. In Zukunft wird – falls das Militär die Wahl respektiert – eine Frau das südostasiatische Land regieren. Yingluck Shinawatra, Spitzenkandidatin der Pheu-Thai-Partei des 2006 gestürzten und im Exil lebenden ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra, ging deutlich als Wahlsiegerin der Opposition hervor. Und sie ist die Schwester von Thaksin. An ihr wird es nun liegen, das in sozialer und politischer Hinsicht tief gespaltene Land wieder zu versöhnen. Susanne Huber