Schulen und Bildungshäuser schließen den Sommer über – oder wenigstens für ein paar Wochen. Es macht Pause, was das angeblich Wichtigste im Leben ist: die Bildung. Oder doch nicht? Das Mehr an freier Zeit schenkt die Möglichkeit, „Bildungsdefizite“ auszugleichen – mit einem Blick in die ersten Seiten der Bibel. Da steht geschrieben, wie Gott bildet. Sterne, Tiere, Pflanzen, selbst den Menschen, „bildet“ Gott – aus Materialien, die in heutigen Bildungsbegriffen untergeordnete Bedeutung haben: Staub und Atem. Bilden hat mit Schöpfung zu tun. Gebirge, Bäche „bilden“ sich – oder werden gebildet. Wo Bildung nur mehr ein Nachvollziehen des Althergebrachten ist, ein Sich-Aneignen von Gepflogenheiten, Techniken und Wissen, steht sie erst am Anfang. Was vorher nicht war, ist da. Geschaffen. Und es geschieht nicht nur im Kopf, auch nicht bloß im Herzen, sondern mit den Händen: wie ein Formen aus Lehm. So war es beim Menschen. In der „Schule Gottes“ lässt sich die Achtung vor dem Erdenen finden. Als „Abbild Gottes“ schuf er sie, heißt es. Gott hält die Menschen für bildungsfähig. Keine genormten Nützlinge – Mitschöpfer sollen sie sein. ﭝ