Es gibt Grenzen der Pressefreiheit
Als Folge eines Abhörskandals hat am Sonntag vergangener Woche die letzte Stunde der britischen „News of the World“ geschlagen. Und das ist nur recht so. Denn eines ist klar: mit qualitativ hochwertiger Berichterstattung, die in erster Linie aufklären soll, haben die Methoden der Journalisten und Journalistinnen dieses „Revolverblattls“ absolut nichts zu tun. Was da an unappetitlichen Vorgehensweisen auf dem Plan stand, um mit reißerischen Geschichten die Auflagen der Boulevard-Zeitung zu erhöhen, reichte vom Abhören von Hinterbliebenen von im Irakkrieg gefallenen Soldaten über das Abhören von Prominenten bis hin zum Abhören des Mobiltelefons eines ermordeten Teenagers. Dem nicht genug, wurden die Nachrichten auf deren Sprachbox gelöscht, um an weitere Informationen zu gelangen. Dass dadurch die Eltern der Ermordeten und die Polizei in die Irre geführt wurden, weil sie glaubten, das Mädchen lebe noch, ist ein Skandal.
Wie hier ans Werk gegangen wurde ist illegal, moralisch und medienethisch höchst verwerflich und reicht an die Grenzen der Medienfreiheit. Dass in Folge Unternehmen ihre Inserate in diesem unseriösen Blatt nicht mehr schalten wollten, ist nur allzu verständlich. Und so hatte der milliardenschwere Unternehmer Rupert Murdoch, Eigentümer der Zeitung, nach 168 Jahren „News of the World“ eingestellt – mit einem „Danke und auf Wiedersehen“ auf dem Titelblatt und einer seichten Entschuldigung im Leitartikel für das „fürchterliche Fehlverhalten“ einiger Mitarbeiter/innen. Susanne Huber