Argentinische Jungbauern erlebten Österreich „wie im Film“
Seit fast 30 Jahren besteht das Freundschafts-Comité Argentinia – Austria. Mit einem Besuch von fünf argentinischen Jungbauern in Oberösterreich wurde der Kontakt im Juni aufgefrischt.
Zwei Wochen verbrachten die Jungbauern, die gemeinsam mit Schuldirektor Sebastián Fernández anreisten, im Juni in Oberösterreich. Sie kommen alle von kleinen Landwirtschaften (maximal zehn Hektar) aus der Provinz Corrientes in Norden von Argentinien, die in etwa gleich groß wie Österreich ist. Argentinien ist zwar kein Entwicklungsland, vom österreichischen Wohlstand ist man in der armen Provinz Corrientes aber weit entfernt. Internet ist an den Schulen ein Fremdwort, die Schüler reiten mit dem Pferd in die Schule. Wie ungleich der Reichtum zwischen Groß- und Kleinbauern verteilt ist, zeigt das Beispiel von Marilyn Vallejos’ elterlichem Bauernhof: „Wir müssen als Pächter 28 Prozent unserer Ernte an den Grundbesitzer abgeben“, erzählt die 18-Jährige ganz nüchtern, ohne sich großartig darüber zu beschweren.
Ideen für Argentinien. Für Zuhause hat sich Marilyn jedenfalls einige Ideen von den Mühlviertler Bauerhöfen abgeschaut, denen so wie der Landwirtschaftsschule Freistadt ein Besuch abgestattet wurde. „Mich hat die Direktvermarktung ab Hof beeindruckt. Das gibt es bei uns noch gar nicht“, erzählt Marilyn Vallejos. Für Darío Fabian Godoy (19) ist vor allem der biologische Anbau ein spannendes Thema. „Der ist in Oberösterreich viel weiter verbreitet als bei uns.“ Abseits der Landwirtschaft sind den Argentiniern in den Städten vor allem die vielen herausgeputzten Häuser und blitzsauberen Straßen aufgefallen. „Muy bien, sehr gut gefällt uns das Land“, betont Juan Gabriel Sosa (23). Nach einem gemeinsamen Ausflug auf den Krippenstein bei Obertraun sagt er: „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Schnee gesehen. Das ist wie im Film.“