Dass der Winter kalt und das Frühjahr warm und trocken war, können wir jetzt ausbaden. Zumindest soll die Witterung vor dem Sommer ein Hauptgrund der aktuellen Wespenplage sein. Natürlich gibt es größere Probleme, aber: die kleinen Biester können einem eine schöne Grillerei im Garten oder einen Ausflug doch etwas verleiden. Am Anfang des Sommers war ich noch eher der Naturromantiker und habe versucht die Tiere, die auf meinem Essen landeten, möglichst zu ignorieren, mit dem frommen Gedanken, dass Wespen für irgendwas nützlich sein werden. Nicht beachten funktioniert halt jetzt im August nicht mehr so richtig, da die Wespen ihre Hochzeit haben. Ich lese von Experten, die sagen, dass Wespen eigentlich nur dann stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Dass muss nur jemand den Wespen beibringen, denke ich mir nachdem mich eine aus heiterem Himmel und ohne ein Herumfuchteln von meiner Seite sticht. Wahrscheinlich sehen sie bloß unsere menschliche Anwesenheit als Gefahr und leiden unter Verfolgungswahn – so wie wir Menschen oft panische Angst vor ihnen haben. Im Übrigen sollen wir toleranter sein gegenüber Wespen, verkündeten derzeit überall Naturschützer. Ich bin da anderer, politsch unkorrekterer Meinung: Ihr schlechtes Image haben sich die Wespen redlich verdient.ꆱ