Am Ende unseres Gesprächs kam Ulrike Watzinger, eine evangelische Christin, auf ihre Kindheit zu sprechen. Weil diese einen Katholiken interessieren könnte, wie sie meinte. Die Sommerferien ihrer Kindheit verbrachte die 1920 Geborene jahrelang bei den Großeltern in Polen, in dem Ort Wadowice. Sie fand dort rasch Anschluss an die Kinder, der Marktplatz war ein beliebter Treffpunkt. Man konnte dort plaudern, auch mit den Buben. Ulrike Watzinger lernte dabei polnisch, da im Haushalt des Großvaters, des berühmten Generals Karl Durski von Trzaska (siehe Bild), deutsch gesprochen wurde. Ein blonder Bursch war auch unter der Bubenschar am Marktplatz. Den sah sie machmal an ihrem Haus vorübergehen hinauf zum Karmeliterkloster. Mit dem Tod des Großvaters 1935 war für Ulrike Watzinger Wadowice Vergangenheit – bis Oktober 1978. Sie staunte nicht schlecht, als sie Papst Johannes Paul II. als einen der Buben von Wadowice wiedererkannte. Schade findet sie noch heute, dass es ihr nicht gelang, die Abschottung des Papstes zu überwinden und mit ihm in Kontakt zu kommen.