Eine vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) veröffentlichte Studie beschäftigt sich mit der Lebenssituation und Lebensplanung älterer Migrant/innen. Die Befragung konzentriert sich auf jene Arbeitsmigrant/innen, die in den 60er Jahren aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei nach Österreich gekommen sind. Viele von ihnen sind trotz anfänglicher Rückkehrabsichten nicht in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt. Als Hauptursache für ihr Verbleiben nennt das Dossier vor allem soziale Gründe und die Tatsache, dass sich die Lebensumstände im Heimatland gravierend verändert haben. Aufgrund eines gesicherten Einkommens und der sozialen Leistungen fühlen sie sich hier gut aufgehoben. Soziale und ärztliche Hilfe oder Pflege in Anspruch zu nehmen, scheitert besonders bei älteren Migrant/innen an Sprachbarrieren und den unterschiedlichen Normen und Werten.Grundsätzlich kommt die Studie allerdings zu dem Schluss, dass die Befragten einer möglichst langen Pflege durch die eigene Familie den Vorzug geben. Das entspricht insbesondere im türkischen Kulturkreis der Tradition. „Das Leben in Großfamilien und die starken sozialen Netze bieten dafür aber auch eher eine Voraussetzung, als dies bei österreichischen Familien der Fall ist“, erläutert Doris Staudinger, Leiterin des ÖIF Oberösterreich. „Trotzdem wäre es wichtig, die Regelbedingungen für Pflegeanspruch oder in Heimen so zu adaptieren, dass der Zugang für Migrant/innen erleichtert wird.“
Die Rechtsgrundlagen. Der Anspruch auf Pflegegeld ist an den regelmäßigen Aufenthalt in Österreich gebunden. Beim Bund ist er unabhängig von der Staatsbürgerschaft, beim Land kann in Härtefällen von der Staatsangehörigkeit abgesehen werden. Die Objektivierungsrichtlinien, die über eine Heimaufnahme entscheiden, richten sich nach dem Pflegebedarf und sind unabhängig von der Staatsbürgerschaft.