Früher habe ich es meine Eltern öfter übel genommen, dass ich auf den Namen „Roland“ getauft wurde. Roland war nie modern – und klingt keineswegs melodisch. Auch das Leben des seligen Roland hat mich nie wirklich angesprochen. Um ganz zu Gott zu finden, ging Roland in die Einsamkeit und lebte 26 Jahre lang als „Einsiedler“ bei Parma. Er tat Buße für die Sünden seiner Zeit, indem er ständig fastete und betete, bis er schließlich am 15. September 1386 starb. Mittlerweile bin ich aber draufgekommen, dass es nicht darum geht, einen modernen Namen zu haben. Melodisch klingt zwar mein Name heute auch noch nicht, dafür bringt er Einmaligkeit mit sich: Oft ist es nicht nötig, auch den Familiennamen zu nennen, da mit „Roland“ ohnehin nur ich gemeint sein kann! Möglicherweise ist es auch ein Zeichen von Lebensreife, dass mir der selige Roland selbst immer mehr Vorbild wird. Als Einsiedler möchte ich zwar nicht leben, aber Gebet, Einkehr, Fasten, Rückzug und eine bewusste Abkehr von manchen Gewohnheiten werden mir immer wichtiger.
Roland Altreiter, ist Leiter des Behelfsdienstes der Diözese Linz.